1000. Besucher im SchichtWerk

Museum legt Weihnachtspause ein

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Kräftig Werbung für ihren historischen Kalender machen Annette Reindel und Manfred Gehrke.

Gilching – Ein erfolgreiches dreiviertel Jahr liegt hinter dem Verein Zeitreise, der im März das erste Museum in Gilching eröffnete. Mittlerweile wurde im so genannten „SchichtWerk“ der 1000. Besucher empfangen. Zeit, über Weihnachten eine kleine Pause einzulegen, sagt Museumschefin Annette Reindel. Weiter geht es mit der Sonderausstellung „Geschichte(n) rund ums Wersonhaus“ am Dienstag 2. Januar 2018.

In der aktuellen Ausstellung geht es mal nicht nur um Jules Werson, ein vielseitiger Künstler und Gönner der Gemeinde Gilching. Vielmehr laden Museumschefin Annette Reindel und Stellvertreter Manfred Gehrke vom Verein Zeitreise zu einem spannenden Rückblick auf die so genannte „gute alte Zeit“ ein. „Das schöne Landhaus an der Bruckerstraße steht für das Altdorf“, erzählt Reindel. „Es steht aber auch für den Beginn des Bevölkerungswachstums. Dieser wurde mit der Eröffnung der Bahnstrecke Pasing-Herrsching 1903 eingeläutet. Die Dörfer Argelsried und Gilching haben sich dadurch auch in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung massiv verändert.“ Ein gutes Beispiel für einen „zugezogenen Berufspendler“ sei Jules Werson gewesen. 

Haus 2 Birken

Doch bevor er 1923 in die alte Villa eingezogen ist, wurde sie als Arztpraxis genutzt. Dr. Robert Weidner ist es auch zu verdanken, dass es im Archiv noch Fotos vom Baugrund an der Bruckerstraße, jedoch ohne Villa, gibt. Eigentümer des Areals, Planer und Bauherr der Villa war Eduard Forner, der im Mai 1913 bei der Gemeinde den Bauplan einreichte. „Bereits im August lag die Baugenehmigung vor“, betonte Gehrke. Die „Villa Forner“ ging 1923 an Jules Werson über, der sie in „Haus 2 Birken“ umtaufte. „Er war nach dem ersten Weltkrieg mit seiner Mäzenin Marie Lindermann vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen in München geflüchtet und aufs Land gezogen. Das Paar begann sofort, ein Atelier an die Villa anzubauen und den Garten aufwändig zu gestalten. Hier zeigte sich seine Liebe zur Natur“, schwärmt Reindel. 

Freizügige Künstlerfeste

So sei nicht nur ein aufwendiger Rosengarten sondern auch einen Badeteich angelegt worden, der damals anrüchigen Spekulationen Nahrung bot. Zwar war das Grundstück gut eingehaust, doch Schulkinder fanden immer wieder Lücken, von wo aus sie Frauen in Badeanzügen beobachten konnten. „Das war damals nicht üblich. Es gibt auch einige Fotos dieser Badeszenen hier in der Ausstellung“, sagt Reindel. Werson wiederum nutzte seine Werkstatt nicht nur als „Tusculum“ für kreatives Schaffen, sondern lud auch gerne zu freizügigen Künstlerfesten ein. Aufschluss in die damalige Zeit geben viele seiner hinterlassenen und gut gehüteten Zitate. Unter anderem stellte Werson 1955 fest: „Hier bekommen wir auch gerade Straßen, aber die Alten waren mir lieber. Hier in Gilching ist die neue Straße wie eine Rennstrecke, wo die Halbwüchsigen ihre Auspuffe funktionieren und ausstinken lassen.“ 

Apropos Zeitreise. Wer kurzfristig noch ein sinnvolles Geschenk braucht, es gibt noch Restbestände des historischen Kalenders für 2018. Diesjähriger Titel lautet: „Als die Bahn nach Gilching kam.“ Näheres unter www.schichtwerk-gilching.de

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