Artikulation, Betonung und Lesefluss

12-jährige Sinja Geißinger ist beste Vorleserin der Stadt und des Landkreises Starnberg 2020

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Mit dabei beim Wettbewerb waren v. r. Arne Bösener,Georgios Konstantinidis, Vanessa Pischke, Sienna Feist, Noema Sigmund, Julie Niessner, Lilith Struve, Helene Petereit, Tjorben Fleck und Gewinnerin Sinja Geißinger.

 Starnberg – „Literatur eröffnet Welten“, schwärmt Katja Böhm, Lehrerin am Gymnasium Starnberg, beim Vorlesewettbewerb am Montagnachmittag. Beim Regionalentscheid in der Starnberger Stadtbücherei zeigten die Gewinner und Gewinnerinnen der Schulentscheide ihr Können und begeisterten Jury und Eltern.

Die zehn jungen Leser mussten sich in zwei Runden beweisen. Zuerst durften die Sechstklässler eine bekannte Stelle aus einem Buch vorlesen, die sie zuvor selber auswählen durften. Danach mussten sie ihr Können an einer unbekannten Textpassage beweisen. Die Jury bildeten dieses Jahr Elisabeth Carr, Initiatorin der „KunstRäume am See“, Ilona Obermeier, Leiterin der Stadtbücherei Starnberg und Thomas Maier-Bandomer, Lehrer am Gymnasium Starnberg. Bei der Bewertung wurde besonders auf Artikulation, Betonung und Lesefluss geachtet. Der von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltete Vorlesewettbewerb ist mit rund 600.000 Teilnehmern einer der ältesten und größten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Fast alle Schulen des Landkreises entsendeten ihren Schulsieger ins Rennen. Neben den Gymnasien Starnberg, Tutzing, Kempfenhausen, Gilching und Gauting zeigten auch Schüler der Mittelschule Starnberg, Herrsching, Gilching und der Realschule Herrsching und Gauting ihr Können. Um zum Regionalentscheid zu kommen, mussten sich die zehn Schüler zuerst in ihrer Klasse und anschließend gegen die anderen Klassengewinner durchsetzen.

Vielzahl an unterschiedlichen Büchern

Neben Klassikern wie Ottfried Preußlers „Krabatt“, aus dem gleich zwei Mal vorgelesen wurde, oder „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren wurden auch aus vielen Fantasybüchern wie „Der geheime Kontinent“ oder „Der Weltenexpress“ Passagen ausgewählt und präsentiert. Aber auch aus realitätsnahen Büchern wie „Grüne Gurken“ oder „Wunder“ wurde vorgetragen. Auch Böhm zeigte sich begeistert von der Vielzahl an unterschiedlichen Büchern: „Damit wurde der Lesekosmos noch erweitert“. Nach einer kurzen Pause ging es in die zweite Runde, in der die Leser der Reihe nach knapp zwei Seiten aus dem Buch „Gertrude grenzenlos“ vorgelesen mussten. „Dieses Buch hat tatsächlich eine Schülerin von mir letztes Jahr in einem Buchreferat vorgestellt. Ich habe es ausgewählt, weil es in der damaligen DDR spielt und neben dem 60-jährigen Jubiläum unseres Vorlesewettbewerbs auch das Jubiläum des Mauerfalls letztes Jahr stattgefunden hat“, leitete Böhm ein. Das Buch spielt in den späten 1970-er Jahren und handelt von einer engen Mädchenfreundschaft, die mit der Zeit hart auf die Probe gestellt wird.

„Es war doch wie jedes Jahr relativ knapp. Ihr habt alle gut gelesen, sonst wärt ihr gar nicht hier“, beginnt Maier-Bandomer die Verkündung. Den ersten Platz belegte am Ende die 12-jährige Sinja Geißinger. Mit ihren Lesekünsten konnte sie die Jury überzeugen. „Wir drücken die alle die Daumen und hoffen, dass du dann weiterkommst“, freut sich die Jury. Sinja hat aus dem Buch „Tausend Mal schon“ von Marah Woolf vorgelesen. Dort musss sich die 18-jährige Sasha, eine Seelenmagierin, auf einer Insel vor den Seelenjägern verstecken. 

Für Sinja geht es zum Bezirkswettbewerb

Nach dem Sieg zeigte sich Sinja glücklich aber auch erstaunt: „Es geht mir ziemlich gut. Ich habe mich sehr gefreut. Ich lese generell sehr gerne, deshalb war ich nicht so aufgeregt. Aber ich hätte nicht damit gerechnet, weil es noch einige gab, die auch gut waren“, so die Siegerin. Ihr eigenes Lieblingsbuch ist „Buchspringer“, aber ob sie daraus in der nächsten Runde lesen wird, wird sich erst noch zeigen. Für die Gewinnerin geht es im März/April auf den Bezirkswettbewerb in Oberbayern. Die nächsten Stufen wären der Landesentscheid im Mai und das Bundesfinale vom 22. bis zum 24. Juni 2020 in Berlin. Aber jetzt darf sich Sinja erst mal über den Titel „Beste Vorleserin der Stadt und des Landkreises Starnberg 2020 freuen“. Für alle Leser gab es eine Urkunde und das Buch „Die beste Bahn meines Lebens“ von Anne Becker als Buchpreis. Die glückliche Gewinnerin durfte sich zusätzlich über das Buch „Das Abrakadabra der Fische“ von Simon van der Geest freuen. 

Alle weiteren Informationen zu teilnehmenden Schulen oder dem Vorlesewettbewerb sind unter www.vorlesewettbewerb.de zu finden.

Von Lisa Livancic

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