Noch kein Urteil gefallen

20-jähriger Gilchinger in 66 Fällen angeklagt, darunter wegen Vergewaltigung und sexuellem Kindesmissbrauch

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Zu einem Urteil kam Jugendrichter Ralf Jehle vorerst noch nicht. Mitte Juli soll die Verhandlung unter Hinzuziehung weiterer Zeugen fortgesetzt werden.

Gilching – Obwohl erst 20 Jahre alt steht ein angehender Azubi jetzt massiven Vorwürfen gegenüber. Vor dem Starnberger Jugendschöffengericht musste sich der aktuell als Anlagenmechaniker-Helfer tätige Mann wegen Vergewaltigung vor dem Starnberger Jugendgericht verantworten. Zusätzlich liegen dem 20-Jährigen Sachbeschädigung, falsche Verdächtigung, sexueller Kindesmissbrauch, Körperverletzung sowie gewerbsmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln zur Last.

Laut Anklagevorwurf soll der junge Gilchinger in den Jahren 2015 bis 2017 einen schwunghaften Drogenhandel, zumeist mit Marihuana, betrieben haben. Angeklagt sind 66 Fälle – der Verkaufserlös wird auf rund 870 Euro geschätzt. Der Verteidiger räumte die Vorwürfe in Sachen Drogen gleich zu Beginn des Prozesses ein – mit einer Einschränkung: „Die Ecstasy-Tabletten waren zum Eigenkonsum.“ Die zur Last gelegten Graffitischmierereien am S-Bahnhof Neugilching aus 2017 mit stolzer Schadenssumme von 1000 Euro leugnete der Angeklagte. 

Vergewaltigungsvorwurf weist der Gilchinger zurück

Bei seiner polizeilichen Vernehmung soll er die Schuld einem Bekannten in die Schuhe geschoben haben. Auch dies wies der 20-Jährige jetzt von sich. Sein Rechtsanwalt ließ wissen, sein Mandant habe bei der Polizei nur eine Vermutung geäußert, wer die Schriftzüge am Bahnhof hinterlassen haben könnte. Dreh- und Angelpunkt im umfangreichen Prozess ist zweifelsohne die angeklagte Vergewaltigung. Laut Anklagevorwurf soll der Angeklagte an seinem 16. Geburtstag im Gilchinger Anwesen seiner Eltern ein 15-jähriges Mädchen zum Oral- und Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Angeklagte bestritt auch diesen Vorwurf: „Wir haben uns nur geküsst. Mehr ist nicht zu Stande gekommen. Ich bin ehrlich.“ Der 20-Jährige erklärte, er habe lediglich fünf Minuten mit dem Mädchen alleine in seinem Zimmer verbracht, während ein Freund sich direkt im Nebenzimmer befunden habe. Die Zeugenaussage des Opfers fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die restlichen Anklagepunkte sowie eine aktenkundige Vorverurteilung wegen sexuellem Kindesmissbrauch warfen ein fragwürdiges Licht auf den jungen Mann. So lag dem Angeklagten jetzt auch zur Last, im Laufe der Jahre 2017 und 2018 mit einem damals erst 12-jährigen Mädchen Nacktbilder via Handy ausgetauscht zu haben. Nachdem der Angeklagte dem Mädchen zwei Joints gegeben hatte, soll es laut Vorwurf der Staatsanwältin auch zum Oralverkehr mit der 12-Jährigen gekommen sein. Zudem soll der 20-Jährige in 2017 auch einer 13-Jährigen nachgestellt haben. Den Vorwurf, das Mädchen berührt und zu sexuellen Handlungen aufgefordert zu haben, räumte die Verteidigung ein. Der Angeklagte bestritt des weiteren, Anfang 2018 seine mit im elterlichen Anwesen wohnhafte Ex-Freundin ins Gesicht geschlagen und mit dem Fuß in den Rücken getreten zu haben. „Sie wurde rausgeschmissen, weil sie den Schmuck meiner Mutter geklaut hatte“, klärte der Angeklagte auf. 

Zu einem Urteil kam Jugendrichter Ralf Jehle vorerst noch nicht. Mitte Juli soll die Verhandlung unter Hinzuziehung weiterer Zeugen fortgesetzt werden.

Von Nilda Höhlein

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