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80-Jährige in Herrsching bestellt Betrüger und Polizei gleichzeitig ein

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Für eine Nacht sperrte die Polizei in Herrsching einen Betrüger ein.
Für eine Nacht sperrte die Polizei in Herrsching einen Betrüger ein. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Herrsching - Damit hatte er wohl nicht gerechnet: Als ein vermeintlicher Notdienst-Heizungsmonteur am frühen Dienstagabend am Einsatzort in Herrsching ankam, erwartete ihn in der Wohnung die Polizei.

Auch die ihm bekannte 80-jährige Kundin war vor Ort, die er sicher nicht mehr vergessen wird. Denn bereits am 14. Februar hatte die Dame laut Polizeibericht einen Heizungsnotdienst verständigt. Zwei Männer waren gekommen, hatten ihr erklärt, dass erst ein Ersatzteil für die Reparatur bestellt werden müsse und dann am 18./19.Februar eingebaut werden könne. Im Voraus seien aber die Anfahrtskosten sowie die Kosten für das Ersatzteil in bar zu bezahlen.

Vermeintlicher Handwerker muss in die Polizeizelle

Nachdem niemand zur Reparatur gekommen war, witterte die Rentnerin einen Betrug, zumal auch die erste Rechnung schon ungewöhnlich hoch ausgefallen war. Sie bestellte kurzerhand unter falschem Namen und zu einer anderen Adresse mit dem gleichen Heizungsproblem erneut diesen Notdienst, nur dass sie diesmal auch gleich die Polizei hinzubestellt hatte. Da der Handwerker bei der Überprüfung seiner Personalien keinen festen Wohnsitz belegen konnte, zudem bei polizeilichen Recherchen mehrere weitere Fälle mit ungewöhnlich hohen Rechnungsbeträgen bekannt wurden, musste er nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft die Nacht in einer Polizeizelle verbringen.

Betrüger in Herrsching entpuppt sich als „Allroundtalent“

Im Laufe des folgenden Vormittag konnte zumindest die Frage des Wohnsitzes geklärt werden und der angebliche Monteur konnte die Polizei nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung wieder verlassen. Es handelte sich übrigens offenbar um ein Allroundtalent. Gemäß unterschiedlicher in seinem Fahrzeug aufgefundener Unterlagen verstand er sich nicht nur auf Heizungs- und Sanitärreparatur, sondern war er auch im Notdienst zur Schädlingsbekämpfung, Rohrreinigung, für Elektroinstallation oder Türöffnung als Schlüsseldienst tätig. Gegen den gebürtigen Türken wird nun ermittelt wegen Verdachts des Leistungskreditbetruges, Wucher und möglicher weiterer Delikte.

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