Intensiver Austausch mit der Lokalpolitik

ADFC-Kreisverbände inspizierten Radwegenetz rund um den Starnberger See 

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Starnbergs Erster Bürgermeister Patrik Janik (rechts) präsentierte den Teilnehmern der ADFC-Radltour die zentralen Lösungsansätze die die Stadt geplant hat, um die Radwegsicherheit in der Kreisstadt zu verbessern.

Landkreis - Vor Kurzem fand eine Radtour rund um den Starnberger See statt, die von den umliegenden ADFC-Kreisverbänden und der gwt Starnberg/Ammersee organisiert wurde. Ziel der Veranstaltung war es einerseits auf die Probleme hinzuweisen, die es bezüglich des Radverkehrs im Landkreis gibt. Andererseits wurden den Teilnehmern auch Lösungskonzepte vorgestellt, die die Stadt Starnberg und die übrigen Seegemeinden entwickelt haben, um das Radeln um den "Würmsee" sicherer und komfortabler zu machen. Vorgestellt wurden die Ansätze von den jeweiligen Bürgermeistern und Gemeindevertretern. Den Anfang machte Starnbergs Erster Bürgermeister Patrick Janik, der die Radler am Seebahnhof begrüßte. 

Janik berichtete von zahlreichen Fahrradfahrern, die in der Kreisstadt regelwidrig die dortige Uferpromenade, die eigentlich den Fußgängern vorbehalten ist, nutzen. Eine Verbesserung der Wegweisung und eine optimalere Sichtbarkeit des Radwegs am Gleis sind von der Stadt bereits als Lösungskonzept angedacht, um das regelwidrige Befahren der Promenade zu unterbinden. ADFC-Kreisvorsitzender Anton Maier kritisierte den Umbau der Einmündung der Perchastraße in die Münchner Straße mit der Radwegauffahrt als gebaute Gefahr: "Hier wird dem Radverkehr absichtlich ein 12 Zentimeter hoher Bordstein in den Weg gestellt. Stürze sind zu erwarten. Ebenfalls gefährlich sind Sperrpfosten auf den Radwegen, welche unberechtigte Kraftfahrzeuge abhalten sollen. Wenn viele Radler und Fußgänger unterwegs sind, ist die Sicht auf diese Hindernisse verdeckt". Nach dem Aufenthalt in Starnberg radelten die Teilnehmer weiter nach Berg. 

Beim dortigen Dampfersteg erwartete Bürgermeister Rupert Steigenberger die Radlgruppe. Er berichtete ihnen, dass sich die Radschutzstreifen auf der Perchastraße bewährt haben, nur der Seitenwechsel sei für Radelnde am Kreisverkehr und an der Aufkirchner Straße noch etwas schwierig. Der Kreisverkehr am Ortseingang Berg reduziert erkennbar die Fahrgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge und verbessert so die Sicherheit in der Ortsdurchfahrt, ergänzte Steigenberger. Im Süden der Gemeinde wird der Lückenschluss des Radwegs nach Münsing erst bis 2024 mit der Fahrbahnerneuerung fertiggestellt. Die Uferstraße, die sich Fußgänger, Radler und Anwohnerautos teilen müssen, erfordert von allen etwas Rücksicht, macht aber wenig Probleme. Die Verantwortlichen der ADFC-Kreisverbände mahnten, dass der Zweirichtungsradweg in Kempfenhausen unfallträchtig sei, weil unübersichtliche Einmündungen vorhanden sind und viele Verkehrsteilnehmer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf engem Raum nur schwer aneinander vorbeikommen. "Wenn hier die schnelleren Radfahrer auf der Fahrbahn geführt würden, wäre die Gefahrensituation auf dem Gehweg deutlich entschärft", betonten die Organisatoren. 

In Münsing stellte Gemeinderat Prof. Richter-Turtur die Lösungskonzepte für den Radverkehr vor. Er berichtete, dass immer wieder Autos, die in die nur für Anlieger freigegebene südliche Seestraße einfahren und die Durchfahrt auf der schmalen Straße behindern, einige Probleme bereiten. Der Dampfersteg und eine Schiffsverbindung nach Tutzing werden von den Ausflugsgästen immer wieder gewünscht. Große Sorgen bereiten die schmalen Gehsteige, fehlende Radwege und zahlreiche Lkws im Hauptort. Derzeit arbeitet die Gemeinde an einem großräumigen Verkehrskonzept für die Entlastung der Hauptstraße. Die ADFC-Vertreter wiesen ihrerseits auf einige Schwachstellen hin: "Wo der Radweg über Parkplätze geführt wird, wird wenig auf den Radverkehr geachtet. Diese Wegstücke sollten umgebaut und entschärft werden. Vor St. Heinrich wird der Radverkehr auf einen schmalen Kiesweg mit Fußverkehr geleitet. Ausweichen bei Begegnung von Fahrrädern und Fußgängern oder überholen ist hier nur eingeschränkt möglich".

In Unterzeismering trafen die Radler mit Tutzings Erster Bürgermeisterin Marlene Greinwald zusammen und erörterten die Weiterführung der Radwege in die Gemeinde. Auf Tutzinger Flur ist keine bauliche Fortsetzung von der Lindenallee möglich, weil beidseits des Weges Naturschutz besteht. Die Bürgermeisterin plädierte für den asphaltierten Radweg an der Staatsstraße nach Bernried für den Alltag und möchte den bestehenden Weg für Fußgänger und langsame Radler beibehalten. 

Im Anschluss ging es dann weiter nach Feldafing, wo Maximiliane Gerber, dritte Bürgermeisterin, die Probleme der durchfahrenden Radler im Park und am Parkplatz des Strandbads schilderte. 

Von Kreisbote

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