ADFC

Pro und contra über neue Mitstreiter

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Landkreis – „Der Trend geht zum Drittrad“, scherzte Thomas Allner-Kiehling. Er gründete vor rund einem Jahr die ADFC-Ortsgruppe Herrsching.

Auf der in Gauting ließ die Vorstandschaft des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. So sind 2014 fast ein Viertel mehr Bürger dem Verein beigetreten, was die Landkreis-Radler bayernweit auf den zweiten Platz hievte. Trotzdem plädierte der Ortsgruppensprecher Herrschings für mehr Mitgliederwerbung. Kaum ein Jahr alt glänzen die Herrschinger mit Engagement und 66 von landkreisweit 437 Mitgliedern als Vorbild. Über die Marschrichtung waren sich die rund 30 Fahrrad-Freunde im Gasthof zum Bären einig. Ob ein noch aktiveres Werben um Mitglieder nach Vorbild des Bund Naturschutzes (BN) gewollt sei? Da schieden sich die Geister. „Wir wachsen in einem Tempo, das wir verdauen können“, klang Kritik an zu noch mehr Werbung aus dem Publikum. Das mit weiteren Mitgliedern einhergehende „monetäre Grundrauschen“ fanden andere für das Erreichen der Zielsetzung durchaus förderlich. Man einigte sich schließlich darauf, dass der Vorstand sich, etwa über die erfolgreiche Vorgehensweise des BN, erkundigen solle. Außerdem sollten die Fahrradgeschäfte im Landkreis mehr in die Projekte mit eingebunden werden. Der Rückblick der Referenten fiel durchaus zufriedenstellend aus. Einen Medien wirksamen Erfolg hatte besonders Gilching mit dem gewonnenen Bürgerentscheid erzielt, die geplante Umgehung fahrradfreundlich zu gestalten (wir berichteten). Kilian Häuser drückte seine Freude darüber aus, dass das Begehren wichtige Nachbesserungen in der Planung zur Folge gehabt habe. Nun forderte er auch für andere Umgehungsstraßen eine eingehende Prüfung bezüglich ihrer Fahrradtauglichkeit. Dabei ist Münsing im Gespräch. „Für Weßling ist der Zug wohl schon abgefahren“, bedauerte Häuser. Auch die Gemeinde Gauting hat mit dem zukünftigen Radweg von und nach Neuried einen Erfolg aufzuweisen. Es gilt, auf die leisen Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Das passiert unter anderem mit den sogenannten Critical-Mass-Aktionen. Hier kommen mehrere Radfahrer zusammen und demonstrieren für ihre Anliegen. Der ADFC kümmert sich ebenso um technische Belange wie eine Codierung am Fahrrad, mit dem das Gefährt problemlos wieder seinem Besitzer zugeordnet werden kann. Weßlings Radfahrer werden durch die Organisation „Mobilitätswende“ vertreten. Kernziele des Verbandes sind unter anderem Geschwindigkeitsbeschränkungen, Radschnellwege oder ein Radverkehrsbeauf-tragten für jede Gemeinde. Am meisten ärgerte den Vorsitzenden Anton Maier, der auch Grünen-Gemeinde- und Kreisrat ist, jedoch die mangelhafte Berücksichtigung des Radverkehrs bei der Straßenplanung. Lobenswert hingegen ist in seinen Augen die gute Zusammenarbeit mit dem Landrats- amt und der Verkehrsmanagerin Susanne Münster. Beim ADFC steht aber nicht nur die Politik im Vordergrund, sondern auch der Spaß am Radeln. Deshalb bildet der Verein regelmäßig Tourenleiter aus. Sie lernen diverse Fahrradtechniken, wie man Gruppen führt oder Haftungsgefahren bei einem Umfall. Zusätzlich werden an zwei Abenden Erste-Hilfe-Kurse angeboten. Nach der Ausbildung begleiten die Leiter das reiche Tourenprogramm, das von einem Wochenende von Dresden nach Prag oder im Ruhrgebiet, über Feierabend-, Tages- sowie Halbtagestouren bis hin zu archäologischen Aus-flügen reicht. Jährlich im April findet für neue Bürger im Landkreis eine Exkursion „auf zwei Rädern“ durch die Heimat statt. Infos auch unter www.adfc-starnberg.de/kalender. mk

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