ADFC

Gespaltenes Auditorium

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Gilching – Mit gutem Beispiel voran gingen die rund 70 Pedalritter, die auf Einladung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) zu einer Info-Veranstaltung per Rad kamen.

Thema im Oberen Wirt in Gilching war die geplante Umgehungsstraße. Eines wurde sehr schnell klar: Die radelnde Bevölkerung sieht sich ausgegrenzt. Wobei eine starke Lobby die Forderungen der Radfahrer nach einem optimal ausgebauten Radwegenetz im Landkreis Starnberg weitgehend unterstützt. In Punkto Umgehungsstraße, die Gilchings ADFC-Ortsvorsitzender Kilian Häuser vorstellte, zeigte sich das Auditorium gespalten. Während vereinzelt ein Planungs-Stopp gefordert wurde, meldeten Befürworter der Westumgehung dringenden Bedarf derselben an. Kilian Häuser wiederum stellte einen Punktekatalog mit Verbesserungsvorschlägen vor. „Es ist wirklich schade, dass wir Radfahrer an manchen Stellen so ausgebremst werden“, kritisierte er unter anderem. Insbesondere bedauerlich fand Häuser, dass durch die Entlastungsstraße, die seiner Meinung nach künftig mehr statt weniger Verkehr und etliche Sackgassen nach sich ziehen wird, zudem die Via Julia zerschnitten werde. „Dieser historische Fernradweg verläuft auf seiner Strecke von Augsburg über Schöngeising auf der Römerstraße durch die Gemeinde Gilching nach Gauting und weiter bis nach Salzburg“, betonte Häuser. „Durch die Umgehungsplanung wird diese historische Wegführung leichtfertig gekappt.“ Zwar habe der ADFC entsprechende Einwendungen und Stellungnahmen zum aktuell laufenden Planfeststellungsverfahren eingereicht. Inwieweit diese aber berücksichtigt werden, sei offen, sagte Häuser. Im Rahmen der Diskussion wurde er gefragt, ob der ADFC die Umgehungsstraße grundsätzlich verhindern wolle? „Nein, bei uns im Verein sind die Meinungen dazu je zur Hälfte geteilt. Ich persönlich kann die Westumfahrung akzeptieren. Ich werde aber nicht aufhören zu sagen, an welchen Stellen sie für uns Radfahrer gefährlich ist.“ Inwieweit eine Chance besteht, die Planung zu beeinflussen beziehungsweise dass die Umgehung neu geplant wird, gab Oliver Fiegert, regelmäßiger Gast von Ratssitzungen, Antwort: „Das Thema ist durch. Änderungen der Planung sind nicht mehr möglich.“ Zum Einstieg in das Thema Umgehungsstraße informierte Anton Maier vom ADFC-Kreisverband Starnberg über die vielfältigen Aktionen und Bestrebungen, den Landkreis Fahrradfreundlicher zu gestalten. Er forderte, entsprechend der Anzahl der Radfahrer am Verkehrsaufkommen auch Geld in den Ausbau von Radwegen zu investieren. Maier: „Das wären 17 Prozent der Investitionen, die für Straßen aufgewendet werden. Mit diesem Geld könnte man den Radwegeverkehr viel sicherer machen.“ pop

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