Ahnenforschung

Auf der Suche: 400 Vorfahren erfasst

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Hochstadt – „Ein Urahn war Wilderer, der nach einer Gefängnisstrafe bekehrt den Jägerschein machte und letztendlich Bürgermeister von Unering wurde“, erzählt Lorenz Schmidt.

Der Hochstadter Familienvater hat sich seit vielen Jahren der Ahnenforschung gewidmet. Mittlerweile sind 400 Vorfahren, zurück bis ins 16. Jahrhundert, erfasst und in die Ahnentafel eingearbeitet.Für den Laien macht es keinen Unterschied, ob jemand vom Stammbaum oder von der Ahnentafel spricht. Um der Familiengeschichte jedoch auf den Grund zu gehen, gibt es zwei Wege, sagt Lorenz Schmidt. „Eine Ahnentafel ist eine Tabelle der Ahnen. Da geht man von der eigenen Person aus zurück in die Vergangenheit, so weit es möglich ist. Bei einem Stammbaum geht man vom Urahn aus, der bekannt sein muss, in Richtung Gegenwart.“ Er sammle vieles, was er für interessant hält, betont Lorenz Schmidt. Dazu gehören Briefmarken und Sportpokale genauso, wie eben das „sammeln von Ahnen“. Bereits als Jugendlicher habe er seine Eltern Maria und Georg Schmidt mit Fragen nach Tanten, Onkeln und Großvätern gelöchert und das, was er erfahren hat, auch fein säuberlich aufgeschrieben, erinnert sich der heute 48-jährige Mechanikermeister. „Ois, wos d’Mama no gwußt hod, hob i aufgschriebm.“ Für etliche Jahre sind die Aufzeichnungen in den Hintergrund geraten. Bis Tochter Marlene vor etwa zehn Jahren von der Schule nach Haus gekommen ist und als Hausaufgabe im Religionsunterricht einen Stammbaum anfertigen sollte. Da habe ihn wieder der Ehrgeiz gepackt, räumt Schmidt ein. „Wir haben zusammen bis zu zehn Generationen zurück die Ahnentafel erstellt. Was beim Pfarrer für großes Erstaunen gesorgt hat.“ Seither wurde kontinuierlich weiter geforscht. „Das ist sehr aufwändig. Man muss in Staatsarchiven nachschauen und alte Kirchen- und Hofbücher wälzen. Von Vorteil ist, das heute viel im Internet zu finden ist“, sagt Schmidt. An ein Aufhören ist nicht mehr zu denken. „Macht man ein Tor auf, befindet sich dahinter schon das nächste Türchen. Es ist so, wie mit dem Universum. Eine Ende ist nicht absehbar.“ Mittlerweile ist er auf rund 400 Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurück gestoßen. Ab dem 15. Jahrhundert hören laut Schmidt die Aufzeichnungen seitens der Kirchenämter auf. „Ich denke, dass dies früher nicht üblich war. Dann haben die Evangelischen angefangen, wichtige Daten aufzuschreiben. Und irgendwann haben dann die Katholischen nachgezogen. Das muss so Anfang des 16. Jahrhunderts gewesen sein.“ Ursprünglich, sagt der passionierte Radfahrer und Sportschütze, kommen die Vorfahren seines Vaters aus Ramelsreuth bei Bayreuth. Die der Mama aber stammen aus Pucheim Ort im Landkreis Fürstenfeldbruck. Wobei Schmidt sein Augenmerk mehr auf klare Fakten wie Geburtstage, Geburtsorte, Hochzeiten und Todestage lege, als dass er die Familiengeschichten dahinter ergründen wolle. Bei manchen jedoch lassen sich schon hinter den nackten Daten spannende Geschichten vermuten. Wie etwa beim Urgroßvater Michael Thoma. Geboren am 14. März 1860 in Landsberied fristete er viele Jahre lang sein Leben als Wilderer, landete schließlich im Gefängnis, machte danach die Jägerprüfung und war fortan offiziell als Jäger unterwegs. Außerdem war er laut Uneringer Kirchenbuch Bürgermeister von Unering, wo er am 24. Juli 1902 auch gestorben ist. Schmidt: „Ein Highlight in meiner Ahnenforschung wäre, wenn sich irgendwann die Linien meiner Frau Uschi Meisinger mit denen unserer Familie kreuzen würden.“ pop

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