Rückkehr zur Normalität

Aiwanger gibt grünes Licht: Bars und Kneipen dürfen wieder öffnen - Schlechte Nachricht für Diskotheken

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„Wir dürfen in Sachen Corona nicht immer nur den Teufel an die Wand malen und vor lauter Corona nicht unsere Lebensfreude verlieren", begründet Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Anordnung, dass ab 19. September Bars und Schankbetriebe in Bayern wieder öffnen dürfen.

Landkreis/Bayern - Das lange Warten hat ein Ende. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sprach unlängst die Worte aus, die sich Betreiber von Kneipen, Bars und anderen Gastronomiebetrieben, die seit dem Corona-Lockdown im März bisher geschlossen waren, schon lange von der Staatsregierung wünschten.

„Schankwirtschaften dürfen in Bayern ab 19. September wieder öffnen, auch größere Kongresse werden wieder erlaubt“, teilt das Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in einem Presseschreiben mit. 

Positive Signale erhält auch der Breitensport, der ebenfalls wieder Punktspiele abhalten darf. „Für diese Entscheidung habe ich in den vergangenen Wochen mit aller Kraft gekämpft. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir im Kabinett eine einheitliche Lösung für den Neustart gefunden haben.“, erklärt Aiwanger. 

Die Öffnung der Lokalitäten sowie die Rückkehr des Amateursports in den Normalzustand ist für den bayerischen Wirtschaftsminister ein wichtiger Schritt, um die heimische Wirtschafts zu stärken und drohende Insolvenzen zu verhindern. Bars und andere Schankwirtschaften sind den für die Gastronomie geltenden Hygienevorschriften unterworfen. Das bedeutet, dass in Zukunft beim Besuch der Lieblingsbar oder der Fußballkneipe das Tragen eines Mund-und Nasenschutzes Pflicht ist sowie das Arrangement der Sitzplätze den geltenden Vorschriften entsprechen muss. 

Diskos bleiben zu

Doch die Ankündigung dürfte nicht allen Gastronomen gefallen, besonders nicht den Diskothekenbesitzern. Für sie hatte Aiwanger eine schlechte Nachricht. Discos und andere Tanzlokalitäten bleiben noch geschlossen. Eine kleine Hintertür gibt es aber dennoch. Werden Diskotheken als Schankwirtschaft ohne Tanz betrieben, dann dürfen sie aufsperren. Verwirrung stiftet aber die Ansage, dass in Bars die musikalische Beschallung erlaubt sei ,nur eben ohne Tanz.

Die beim Kabinettstreffen ausgehandelten Regelungen sieht Aiwanger nicht nur als wichtigen Schritt zur Stärkung der bayerischen Wirtschaft, sondern auch als einen zusätzlichen Schritt hin zu mehr Normalität im Umgang mit dem Coronavirus.

„Wir dürfen in Sachen Corona nicht immer nur den Teufel an die Wand malen. Natürlich müssen wir im Umgang mit dem Virus weiter umsichtig sein. Aber genauso wichtig ist es auch, dass wir lernen, während der Pandemie ein möglichst normales Leben zu führen. Wir dürfen vor lauter Corona nicht unsere Lebensfreude verlieren.“

Wie es scheint möchte Aiwanger - der auch schon mal angedacht hatte das ausgefallene Oktoberfest als Mini-Version abzuhalten - mit diesem Schritt auch einem möglichen Wirtshaussterben in Bayern entgegenzuwirken. Bars und andere Schankwirtschaften sind ein sozialer Treffpunkt und spielen somit im Alltagsleben eine zentrale Rolle. Geht es nach dem Bayerischen Landesamt für Statistik gibt es im Freistaat derzeit 4.607 Betriebe, die unter die Kategorie „Ausschank von Getränken“ fallen. 3.203 davon sind als Schankwirtschaften deklariert, die dank der Anordnung des bayerischen Wirtschaftsministerium nun auch wieder ihre Gäste bewirten dürfen.

Aiwanger: Hygienevorschriften sind voller Erfolg

Zufrieden zeigt sich Hubert Aiwanger auch von den bisherigen Hygienevorschriften für die Gastronomie. „Unsere Wirtinnen und Wirte arbeiten hier absolut vorbildlich. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Infektionen in der Gastronomie in Bayern quasi keine Rolle spielen“, betont der Wirtschaftsminister. Da das Hygienekonzept positive Auswirkungen für die bayerischen Gastronomiebetriebe habe, eignet es sich auch hervorragend für Bars und Kneipen, so Aiwanger. Zudem verbindet er mit der Wiedereröffnung die Hoffnung, dass die Leute auch im Herbst ein starkes Bedürfnis verspüren wieder außwärts essen und trinken zu gehen.

„Wir hatten Kneipen jetzt für ein halbes Jahr geschlossen, ich hoffe, dass möglichst viele wieder öffnen und die Gäste dieses Angebot annehmen, sodass sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert“.

Ein Stein fällt auch der geplagten Messe- und Kongressbranche vom Herzen. Ab 19. September können im Freistaat wieder größere Kongresse abgehalten werden. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Veranstalter ein umfassendes Raum-und Hygienekonzept vorlegen können. 

Kongresse dürfen unter Auflagen stattfinden

So sind Kongresse nur dann gestattet, wenn pro Teilnehmer mindestens zehn Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. Bisher waren bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen in Innenräumen höchstens 200 und unter freiem Himmel höchstens 400 Teilnehmer zugelassen, wie das bayerische Wirtschaftsministerium mitteilt. Die Regelungen für Kongresse sind damit deckungsgleich mit jenen, die für Messen gelten. „Kongresse haben genauso wie Messen eine große wirtschaftliche Bedeutung - nicht nur für die Veranstalter, sondern auch für viele nachgelagerte Dienstleistungsbranchen“, betont Aiwanger. „Wenn wir jetzt die Perspektiven für Kongresse verbessern, wird das auch in anderen Bereichen einem Aufschwung führen.“, so Minister Hubert Aiwanger. 

Die Reaktivierung des Breiten-und Amateursport soll aus Sicht des stellvertretenden Ministerpräsidenten auch den Einzelhandel Schub geben: „Wer Sport im Verein treibt, investiert auch in Kleidung und Zubehör und stärkt auf diesem Weg den Einzelhandel.“

Von Florian Ladurner

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