Durch Inklusion mehr am Leben teilhaben

Aktionstage enden mit Überraschung am Herrschinger Kurparkschlösschen

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Vor dem Kurparkschlösschen tanzten Schüler der Realschüler Herrsching gemeinsam mit Zuschauern für die Inklusion.

Herrsching – Die Aktionstage „Inklusion von Anfang an“ neigten sich dem Ende zu, als sich vor dem Kurparkschlösschen eine Menschentraube bildete und mit bunten Tüchern und Rasseln zu Erik Bertholds Inklusions-Ensemble „Francisband“ tanzte.

Ein „Überraschungsevent“ in Form eines Flashmobs, bei dem Groß und Klein, Frauen und Männer, Kinder verschiedener Nationen und Menschen mit und ohne Behinderung, sich bei herrlichem Sonnenschein gut gelaunt gemeinsam zum Song „Barrierefrei“ drehten. „Inklusion geht uns alle an“, betonte Petra Seidl – und damit wollte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Behindertenfragen (ARGE) nicht nur ausdrücken, dass jeder durch einen Unfall, eine Krankheit oder im fortgeschrittenen Alter plötzlich selbst von der Barrierefreiheit profitieren könnte. Denn ein Miteinander aller könne auch für nicht Gehandicapte durchaus bereichernd sein. „Bunt, Vielfalt und Wertschätzung für alle“ repräsentiere der Tanz heute, zu dem immer mehr Neugierige stießen, die das Spektakel fasziniert verfolgten.

„Wir würden uns wünschen, dass es noch mehr Raum einnimmt"

Anna Krott hatte sich Sätze wie „Ich bin taub – sprich mit mir“ oder „Jede Barriere ist eine zu viel“ ans T-Shirt geheftet. Herrschings Vorsitzende vom Behindertenbeirat, Brigitte Maschel, freute sich besonders über den „Altersmix“. Längst sei Inklusion ein politisches Thema geworden, wusste Seidl. Dennoch: „Wir würden uns wünschen, dass es noch mehr Raum einnimmt.“

Und genau deshalb habe man die Aktionstage ins Leben gerufen, in denen einen knappe Woche lang mit Lesungen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen die Bürger auf die Bedeutung von Inklusion aufmerksam gemacht werden sollten. Die Kernfrage sei: „Wie gestalten wir unser Allgemeinwesen so, dass wir alle darin leben wollen.“ Oder anders: „Wie holen wir Menschen, die draußen stehen, wieder ins Allgemeinwesen rein.“ Betroffen seien nicht nur Menschen mit körperlichen Behinderungen, sondern auch die alleinstehende Mutter habe in manchen Lebenssituationen Probleme teilzuhaben, gab Seidl zu bedenken. Entstanden war die Tanzeinlage in Kooperation mit der Realschule und war für Direktorin Rita Menzel-Stuck „eine Herzensangelegenheit“.

Bereits vor einem knappen Jahr hatte sich die Schule zur Inklusion bekannt, indem sie sich für die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ qualifizierte und damit Ausgrenzung eine klare Absage erteilte. So schnell wie es passiert war, so schnell löste sich die Versammlung wieder auf – eine kurze, nachhaltige Inszenierung, die Bürgermeister Christian Schiller gerne „jederzeit wieder“ in der Ammerseegemeinde sehen würde.

Von Michele Kirner

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