Europa-Vize Alexander Graf Lambsdorff übt Zuversicht beim Empfang des FDP-Kreisverbands Starnberg

+

Starnberg – „Darum FDP wählen“ lautet das Motto des Frühjahrsempfangs am Sonntagvormittag des Starnberger FDP-Kreisverbandes – und nur wenige Stunden später war klar: Deutschland wählt wieder FDP. Das Wahlprogramm stellte der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff, auf drei Beine: Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.

Wo beginnt und wo endet die Freiheit? fragte sich der Europavize laut. Oder: Wieviel Überwachung braucht das Land? Für die Sicherheit bringe die Überwachung im Stile von George Orwell’s „Big Brother-Roman 1984“ nichts, stimmten Lambsdorff und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in ihren Reden überein. Vielmehr forderte Lambsdorff ein länderübergreifendes System, in dem „Europool der nationalen Polizei hilft, die Punkte zu einem Gesamtbild zu verbinden“, damit potentielle Attentäter beim Grenzübertritt nicht jedes Mal aus dem Blickfeld der Behörden verschwänden. Auch in Sachen Asyl bezog der FDP-Mann klar Stellung: „Das Asylrecht ist in Stein gemeißelt.“ Über die „Leitkultur“, in der etwa das Händeschütteln befürwortet und das Küsschen zum Empfang als gar nicht Deutsch rausfliege, konnte er sich nur wundern. Natürlich sollten Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten klar ausformulierten Regeln folgen, allem voran der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch sprach sich Lambsdorff für konsequente Abschiebung und die Sicherung der europäischen Außengrenzen aus. Und: „Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, damit das Asylrecht nicht von Migranten ausgenutzt wird.“ Der Liberale vertrat mit deutlichen Worten eine florierende, freie Wirtschaft. „Eine starke Wirtschaft ist die Voraussetzung für sozialen Zusammenhalt und Umweltschutz.“ Und schränkte ein: „Wir sind für einen fairen Wettbewerb und wollen die Steuerflucht härter bekämpfen, den Mittelstand fördern.“ Im ländlichen Raum sah er einige Unternehmen abgehängt, weil das schnelle Internet „in Berlin total vernachlässigt wird“. Der kleine Saal in der Schlossberghalle war brechend voll und immer wieder brandete Applaus auf. Zustimmung bekam auch Britta Hundesrügge, die Starnberger Direktkandidatin für den Bundestag, die ein besonderes Augenmerk auch auf Starnbergs Bildungspolitik legte – und Horst Seehofer mit der Rückkehr zum G9 ein dilettantisches Vorgehen attestierte. „Unsere Aufgabe ist es, Sachlichkeit, Fakten und Informationen in die Politik zu bringen“, stellte die Ortsvorsitzende Heike Barall-Quiring klar. Denn: „Kein Glaubenskrieg und keine Parole lösen Probleme.“ Und einstimmig waren die Gesprächspartner für Europa. „Ein besseres Europa, das die Werte Menschenwürde, Teilhabe, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie lebt“, konkretisierte Leutheusser-Schnarrenberger. „Es lohnt sich, sich für Europa einzusetzen.“ Deshalb FDP wählen, so die Botschaft – und der Einzug der Liberalen in Schleswig-Holstein deutete Lambsdorff im Vorfeld als Signal, dass die Menschen die Werte der Liberalen wieder stärken vertreten sehen wollen. mk

Auch interessant

Meistgelesen

Vor Weihnachten noch gefällt
Vor Weihnachten noch gefällt
"Jamaika-Aus" wurde gewählt
"Jamaika-Aus" wurde gewählt
Relativ steile Karriere hingelegt
Relativ steile Karriere hingelegt
KurTheater Tutzing erhält FFF-Kino-Programmpreis
KurTheater Tutzing erhält FFF-Kino-Programmpreis

Kommentare