Nun in "allerbester Gesellschaft"

Die Geehrten: (v.l.) Karl Feldhütter, Konrad Erhardt (beide bekamen die Ehrenbürgerwürde), Tutzings Erster Bürgermeister Stephan Wanner, Jürgen Haerlin (Bürgermedaille) und Gerhard Kuhn (Tutzinger Ehrenbrief). Foto: Jaksch

Die anstehenden Ehrungen für verdiente Mitbürger waren in diesem Jahr wegen des tragischen Unfalltods der kleinen Daria Anfang April auf der Kippe gestanden: „Man war sehr be-sorgt“, so Bürgermeister Stephan Wanner einleitend, im Gemeinderat habe man sich aber dafür entschieden, die Ehrungen in würdigem Rahmen dennoch stattfinden zu lassen.

Karl Feldhütter, mit der Ehrenbürgerschaft für sein Lebenswerk geehrt, sagte bewegt: „Ich hatte alles andere als diese Auszeichnung erwartet, und nun befinde ich mich in allerbester Gesellschaft.“ Der langjährige stellvertretende Bürgermeister (1972 bis 1996) und Gemeinderat war sichtlich gerührt von dem ihm offiziell verliehenen Ehrenbürgerrecht. Zu dieser „allerbesten Gesellschaft“ darf sich nun auch Konrad Erhardt zählen, dem die höchste Auszeichnung Tutzings durch einstimmigen Gemeinderatsbeschluss ebenfalls zuerkannt wurde: Beide Persönlichkeiten wurden laut Urkundentext „in dankbarer Würdigung ihrer Verdienste um die Gemeinde Tutzing“ ausgezeichnet, beide Geehrten hatten sich durch jahrzehntelanges Wirken auf kommunalpolitischer Ebene und öffentliches, ehrenamtliches Engagement hervor getan. Bürgermeister Stephan Wanner benannte bei der Feier auf der Rathaustenne als Laudator die zahllosen Aktivitäten des Ur-Tutzingers Erhardt, der am Ort einst auch Mitbegründer des Parteilosen Wählerblocks gewesen war (1970): Mitinitiator des Würmsee-Stadions, stellvertretender TSV-Vorsitzender, Gründungsmitglied der Tutzinger Gilde, Ehrengildemeister, Mitwirkender bei der Instandsetzung der Dorfkapelle Unterzeismering, Bürgermeisterkandidat 1978. „Konrad beherrscht die Bubenklasse und tritt tapfer für sie ein“, hatte eine Lehrerin 1941 über den damals kaum elfjährigen Knaben Konrad Erhardt geurteilt. Auch über den einstigen Schüler Karl Feldhütter hatte Wanner ein Lehrerinnen-Zitat parat, vom März 1939: „Ein sehr begabter Schüler, leicht mutwillig, wenn sein Geist nicht entsprechend beschäftigt wird.“ Feldhütter galt auf vielen Betätigungsfeldern als zielstrebiger und zupackender Problemlöser. Er war unter anderem Gründer der FWG, wechselte nach deren Auflösung 1978 zur CSU, amtierte 24 Jahre lang als Vize-Bürgermeister, saß insgesamt 30 Jahre im Gemeinderat, war einer der Initiatoren der Städtepartnerschaft mit Bagnères-de-Bigorre, Zweckverbandsrat und Geschäftsführer des Ambulanten Krankenvereins und im Vorstand der Volkshochschule tätig. Die Verleihung der Tutzinger Bürgermedaille nahm Jürgen Haerlin nach eigenen Worten „stellvertretend für alle Mitarbeiter und alle betreuten Kinder“ der Tabaluga-Kinderstiftung entgegen. Der gebürtige Ravensburger war als ausgebildeter Diplomverwaltungswirt seit 1984 Leiter der Tabaluga- und Jugendhilfe, seit 1998 Vorstandvorsitzender der Kinderstiftung „Hilfe für Kinder in Not“: „Diese Ehrung zeigt, dass soziale Arbeit der Gemeinde ein wichtiges Anliegen ist“, dankte Haerlin in einer kurzen Ansprache und erinnerte auch im Namen des anwesenden Stiftungsgründers Peter Maffay daran, dass es nach wie vor eine „Hierarchie von Kindern“ gebe, denen in vielfältiger Weise Hilfe zuteil werden müsse - Kinder in Familien, Adoptiv-Kinder, Pflegekinder und Heimkinder. „Ich fände es unterstützend“, so Haerlin, „wenn unsere Kinder Anteilnahme und Verständnis kriegen und nicht stigmatisierendes Mitleid.“ Der „Tutzinger Ehrenbrief“ wurde diesmal Gerhard Kuhn zuerkannt, der sich in der Gemeinde unter anderem bei der Fischerhochzeit, dem Stephani-Ritt, bei der Gilde, beim Liederkranz oder bei Veranstaltun-gen der Pfarrgemeinde als Gstanzl-Sänger schon seit Jahrzehnten engagiert: „Wenn man mal Hilfe braucht, Gerhard Kuhn ist immer zur Stelle“, berichtete Bürgermeister Wanner. Der solcherart Geehrte bedankte sich standesgemäß - mit einem seiner Gstanzln. Danach war das Büffet eröffnet.

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