Altersarmut wächst

Zuerst die gute Nachricht: Der Landkreis Starnberg muss im kommenden Jahr rund ein Prozent weniger für soziale Leistungen aufbringen. Das rechnete jüngst Josef Textor, der Leiter des Starnberger Sozialamtes, den Mitgliedern des Kreis-Sozialausschusses vor. Und nun die schlechte Nachricht: Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung will bis Ende 2010 die Arbeitsgemeinschaften, die Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job verhelfen und für die Grundsicherung von Hartz IV-Empfängern zuständig sind, auflösen. „Ich bin schockiert und deprimiert über das, was uns die Politik hier zumutet“, machte sich Textor in der Sitzung seinem Ärger Luft.

Die Krise mag in manchen Branchen bereits vorbei sein, auf dem Arbeitsmarkt wird sie im kommenden Jahr noch deutliche Spuren hinterlassen. Und so rechnet Textor auch für den Landkreis Starnberg eine Zunahme bei den Arbeitslosenzahlen. Bei den Hartz IV-Empfängern nannte er sogar eine Zahl: Um 18 Prozent werde laut Textor der Personenkreis der Langzeitarbeitslosen seiner Voraussicht nach in 2010 anwachsen. Und darauf müsse sein Amt vorbereitet sein. Im Haushalt sind alleine für diese möglichen Mehrausgaben 7,4 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 2,4 Millionen hat seine Behörde für die Grundsicherung im Alter bereit gestellt. „Die Altersarmut im Landkreis wird wachsen“, prognostiziert der Sozialamtsleiter für die kommenden Jahre. Allein bis Jahresende werden es voraussichtlich um die 450 Personen sein, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Auf die Ankündigung der neuen Berliner Bundesregierung, die Agas auflösen zu wollen, reagierte Textor mit Kopfschütteln und Unverständnis: „Wir haben hier so viel reingesteckt“, hob er das Engagement der Mitarbeiter hervor, „da wurde Großartiges geleistet“. 1.370 Fälle habe man betreut, so Textor weiter, der Arbeitsgemeinschaft sei es heuer zudem gelungen, überdurchschnittlich vielen Langzeitarbeitslosen an neue Jobs zu vermitteln. Entsprechend seien die Kosten für Hartz IV in den vergangenen zwölf Monaten gesunken. Sollten die Agas wirklich Ende nächsten Jahres wegfallen, kommt auf Textor ein weiteres Problem zu. „Es wird schwierig, diese hochmotivierten Leute bei der Stange zu halten.“

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