Altes Büro nun ein Häufchen Schutt

An der Stelle, an der derzeit nur Schutt liegt, soll ein Super- und Getränkemarkt entstehen. Foto: Polster

Ein Haufen Schutt ist alles, was von der Traditionsfirma Schwarzpunkt am Starnberger Weg/Ecke Laubaner Straße übrig geblieben ist. Entstehen soll auf dem Areal ein REWE-Supermarkt und ein Getränkemarkt.

Man schrieb das Jahr 1957. Die Gegend Starnberger-/Laubaner Weg war großräumig als Feld- und Ackerland ausgewiesen. Da kam Diplom-Ingenieur Siegfried Schwarz auf die Idee, mit seinem Betrieb zur Herstellung von hochwertigen Plastikteilen, unter anderem Wählscheiben für Telefone, Photolinsen und Bauteile, von Planegg nach Gilching umzuziehen. „Es gab damals am Starnberger Weg wirklich nur ein Anwesen weit und breit. Und das war unsere Firma“, weiß Hans-Peter Dietl, kaufmännischer Leiter bei Schwarzpunkt. Er selbst ist erst seit 1998 dabei, kennt aber den Werdegang des Unternehmens. In Rudi Schichts Dorfchronik ist zudem nachzulesen, warum die Firma seinerzeit außerhalb des Gewerbegebiets errichtet wurde. „Damals war die baurechtliche Planung für das Gewerbegebiet noch im Anfangsstadium.“ Im Laufe der Zeit wurde Schwarzpunkt kontinuierlich erweitert. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen bis zu 120 Arbeitskräfte. Heute sind es 55 Mitarbeiter. Weil es irgendwann zu eng wurde, zog Schwarzpunkt 2006, mittlerweile unter Leitung von Ingo Schwarz, an die Carl-Benz-Straße ins benachbarte Gewerbegebiet um. Ursprünglich war ja geplant, den Standort ins neue Gewerbegebiet Gilching Süd zu verlegen. Zumal Schwarz mit zu den Initiatoren von Süd gehörte. Durch unerwartete Auflagen, unter anderem eine Dachbegrünung, die eine aufwändige Statik voraussetzt, zog Schwarz einen Umzug der Produktion ins alte Gewerbegebiet vor. „Die Logistik blieb noch bis vor einem Jahr am Starnberger Weg“, betont Dietl. Damit ist es nun vorbei. Das Areal wurde an einen Investor verkauft. Wie berichtet, sollen dort auf zweimal 800 Quadratmetern ein neuer Rewe und ein Getränkegroßmarkt einziehen. Weil anfangs 1.600 zusammenhängende Quadratmeter Verkaufsfläche geplant waren, wollte die Gemeinde schon vor Gericht ziehen. Das Ratsgremium war der Meinung, dass das mittlerweile dicht bebaute Viertel keinen zusätzlichen Verkehr und zudem keinen Einzelhandel mehr verträgt. Doch rechtlich war nichts zu machen. Ein 37 Jahre alter Bebauungsplan gab dem Antragssteller Recht. Man einigte sich auf die Aufteilung der 1.600 Quadratmeter Verkaufsfläche in zwei Teile. Kaum war die Sache auch seitens der Kreisbehörde geklärt, rückten die Bagger an und machten die ehemaligen Schwarzpunkt-Gebäude dem Erdboden gleich. „Es war schon schmerzvoll, zuzusehen, wie mein altes Büro in Nullkommanichts nur noch ein Häufchen Schutt war“, sagte Dietl.

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