Altes Schulhaus Argelsried wird saniert und durch Holzbau erweitert

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Gilching – Viele neue Gebäude in Gilching sorgen für Überlegungen, was aus dem Altbestand werden wird. Wie berichtet, soll in das ehemalige Pflegeheim an der Rosenstraße die Musikschule einziehen. Nun steht auch fest, wer sich ab 2019 in der ehemaligen Montessori-Schule in Argelsried zuhause fühlen darf.

Die Buben und Mädchen der Montessori-Schule in Gilching sind längst in ihr neues Schulhaus an der Frühlingsstraße umgezogen. Nun steht das historische Gebäude an der Münchner Straße leer. Vorgeblich soll dort schon einmal Pabst Joseph Ratzinger die Schulbank gedrückt haben. Auch wenn dies lediglich hinter vorgehaltener Hand erzählt wird, steht fest, dass der Altöttinger als 16-Jähriger in Gilching als Flakhelfer Dienst leisten musste. Bevor es in der damals selbständigen Gemeinde Argelsried jedoch eine Schule gab, mussten die Kinder einen Schulweg bis ins Gilchinger Altdorf in Kauf nehmen. Der Wunsch der Argelsrieder auf ein eigenes Schulhaus wurde immer dringlicher. Zumal im benachbarten Geisenbrunner Tonwerk viele Familien mit Kindern beschäftigt waren, die auf einen kurzen Schulweg hofften. Den Gilchingern wiederum gefiel die Idee ganz und gar nicht, stand doch die Teilung des Schulfonds als Argument dagegen. Argumente hin, Argumente her. Den Befürwortern kam letztendlich entgegen, dass durch die Eröffnung der Eisenbahn anno 1903 rund um den Bahnhof Gilching-Argelsried die so genannte Villenkolonie entstand, „die mit dem Bau einer Gastwirtschaft ihren Anfang nahm. Immerhin ein zusätzliches Argument für Argelsried, denn wo erst einmal eine Wirtschaft ist, dahin kommen auch Häuser, und mit den zugehörigen Familien auch Kinder“, schrieb Peter Iohn in seiner Chronik „kiltoahing + arnisesriet“. Im Jahre 1906 war es dann soweit, die einklassige Volksschule Argelsried wurde eröffnet und bis Mitte des 20. Jahrhunderts einklassig geführt. 1952 schrieb Bürgermeister Johann Dobmeier an den amerikanischen Kreisoffizier „Mister Windzor“ einen Bettelbrief, in dem er die unzureichende Schulsituation anführte. Immerhin besuchten mittlerweile 120 Kinder das längst zu klein gewordene Schulhaus. Eine Unterstützung wurde zugesagt, so dass ab Spätherbst 1952 der Unterricht in zwei Schulräumen mit je 48 und 45 Kinder stattfinden konnte. 1968 wurde auf Drängen der Bürgerschaft und auch der Lehrer die Argelsrieder Volksschule in den Schulverband Gilching aufgenommen. Nach Eröffnung der James-Krüss-Grundschule an der Landsberger Straße vor gut zehn Jahren gingen auch die Argelsrieder Kinder ins neue Schulhaus. Ins frei werdende alte Gebäude aber zogen die Montessori-Schüler ein, die seit Schulbeginn vor zwei Wochen in ihre eigene Schule überwechselten (wir berichteten). Nun soll das alte Gebäude saniert und durch einen Holzbau erweitert werden. In der Dezember-Sitzung des Gemeinderats wird das Konzept vorgestellt. Mit Fertigstellung rechnet Bauamtsleiter Max Huber zum Schuljahr 2019/20. Einziehen werden die Hortkinder der Diakonie Fürstenfeldbruck, die derzeit notdürftig in einer Container-Anlage am Gymnasium untergebracht sind. pop

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