Ammersee-Initiativen schaffen Quorum für Bürgerbegehren Radweg Birkenallee

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Fischen – Ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach einem Rad- und Fußweg entlang der Birkenallee am Ammersee von Fischen nach Dießen haben die Bürger aus Pähl mit den Ortsteilen Fischen und Aidenried gesetzt. Genau 640 Unterschriften konnten die Initiativen „Lebensraumplanung Pähl“ und „Radwege am südlichen Ammersee“ innerhalb von nur zwei Wochen sammeln.

Damit ist die erforderliche Zahl von knapp 200 Unterzeichnern um mehr als das Dreifache überschritten worden. Zur Übergabe der Listen an Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer im Gasthof „Neue Post“ waren die Verantwortlichen natürlich mit dem Radl gekommen. Lorenz Baumann von der „Lebensraumplanung Pähl“ freute sich über dieses Signal an die politisch Verantwortlichen: „Das zeigt uns, dass immer mehr Menschen in unserer Region in Sachen Mobilität aufs Fahrrad statt aufs Auto setzen und dafür eine entsprechende Infrastruktur fordern.“ Professor Ernst Roeckl aus Dießen, der die monatlichen Radldemos entlang der Birkenallee mitorganisiert, gratulierte den Kollegen aus Pähl zum gelungenen ersten Schritt für das Bürgerbegehren: „Ein wichtiges Signal für Fahrradmobilität und Klimaschutz.“ Bürgermeister Werner Grünbauer pflichtete dem bei. Er sei sich sicher gewesen, dass die geforderte Mindestzahl von Unterschriften bei weitem übertroffen werde. „Die Menschen spüren einfach, dass die Chance noch nie so groß war, diesen Rad- und Fußweg zu bekommen, der seit Jahren von Naturschützern und Bürokraten verhindert wird.“ Wenn die Bayerische Staatsregierung bis zum Jahr 2025 den Radverkehr verdoppeln wolle, dann gehe das nur mit sicheren und attraktiven Wegen auch für den Alltagsverkehr. Wie berichtet, will Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro in den Radwegebau entlang von Bundes- und Staatsstraßen investieren, um bis 2015 ein „durchgängiges Radverkehrsnetz“ zu erhalten. Schöne Worte, denen die Befürworter des Radwegs entlang der Birkenallee gerne Glauben schenken würden. Denn seit 25 Jahren blockieren Naturschutz und Regierung den Bau eines Radweges entlang der St 2056. Trotz einer neuen umfangreichen Machbarkeitsstudie der Gemeinden Pähl, Raisting und Dießen. Die Studie kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass an keiner Stelle der Birkenallee eine naturschutzrechtliche Beeinträchtigung entstehe und damit das Projekt realisiert werden könne. Den Anstoß für die Unterschriftensammlung gab übrigens ausgerechnet Ulrike Scharf, die Bayerische Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz. Sie ließ durch die Weilheim-Schongauer Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der Pähler Bürgerversammlung ausrichten, dass eine Unterschriftenaktion und ein eventuell folgendes Bürgerbegehren ein neues Planfeststellungsverfahren positiv beeinflussen könnten. Sollte der Pähler Gemeinderat grünes Licht für die Zulässigkeit des Begehrens geben, könnte die Abstimmung zusammen mit der Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September über die Bühne gehen. dr

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