Fehler im OP-Alltag reduzieren

Anästhesie-Team des Tutzinger Benediktus Krankenhauses üben mit Simulation im Operationssaal 

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Oberarzt Dr. Knut Röhrich (Foto li.) initiierte das Simulationstraining für Ärzte und das Pflegeteam rund um Andreas Radis.

Tutzing – In den Operationssälen am Benedictus Krankenhaus Tutzing ging es besonders hektisch zu. Der Grund dafür waren Simulations-Übungen für das Anästhesie-Team. Am Wochenende wurden, ähnlich wie Piloten im Flugsimulator trainieren, Zwischenfallsimulationen vor Ort geübt.

Für das 30-köpfige Anästhesie-Team mit ausschließlich Fachärzten und Fachpflegern standen die Übungen ganz im Zeichen von mehr Sicherheit und Optimierungen der Kompetenzen. Der verantwortliche Oberarzt und OP-Koordinator Dr. Knut Röhrich, der die Idee dazu hatte, betont: „Wir wollen Fehler im OP-Alltag reduzieren und das OP-Management optimieren. Außerdem möchten wir Notfall-Situationen üben und die Abläufe weiter professionalisieren. Am Ende einer solchen Simulation profitiert vor allem der Patient, für den die Sicherheit noch weiter ansteigt.“

„Anästhesiearbeitsplätze ähneln einem Flugzeugcockpit mit vielen Kontrollfunktionen. Narkosezwischenfälle sind genau wie Flugstörungen sehr seltene, aber immer kritische Ereignisse, die unverzüglich die richtigen Reaktionen erfordern. Um unseren Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten und unsere Mitarbeiter auch auf seltene Zwischenfälle vorzubereiten, haben wir in diesem Jahr erstmalig das Simulationstraining an die Spitze unserer Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit gestellt,“ so Prof. Dr. Rainer Freynhagen, Chefarzt des Schmerzzentrums.

Ein spannendes Training

Die Simulation fand unter realen Bedingungen statt. Der Patient wurde durch eine hochmoderne Simulationspuppe ersetzt, die mit den Ärzten und Pflegern sogar kommunizierte. Mittels Video-Audio-Anlage war das OP-Trainingsteam mit den professionellen Trainern verbunden. Wie in einer realen Operation wurden alle Instrumente, Geräte und Injektionen angelegt und verabreicht. Das externe Trainerteam steuerte die Zwischenfälle per Computer, wie zum Beispiel plötzlicher Herzinfarkt während der OP, Anaphylaxie, thrombolytische Zwischenfälle, schwieriger Atemweg, Pneumothorax und Blutungen. Im abschließenden De-Briefing konnte das Team dann Feedback geben, gemeinsam die Prozesse und Abläufe analysieren und weiter optimieren. Für Andreas Radis, Leiter des Anästhesie-Pflegeteams, „war es ein spannendes Training. Wir haben uns in Extremsituationen erlebt und können damit unsere Kompetenzen viel besser einschätzen.“

Von Kreisbote

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