Andechs: Mieterin beleidigt Vermieterin als "Drogen-Junkie"

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Andechs – Als „drogensüchtiger Junkie“ soll eine 45-jährige Frau im Mai 2016 ihre damalige Vermieterin beschimpft haben – als es nach erfolgter Strafanzeige jetzt zur Verhandlung am Starnberger Amtsgericht kam, gingen die Versionen ziemlich auseinander.

„Ich habe das so nicht gesagt, da gehört mehr dazu“, sagte die heute bei Augsburg lebende Angeklagte. Auslöser eines lautstarken Krachs mit der Andechser Grundeigentümerin war offenbar deren Versuch, vor dem Haus der Mieterin einige Pflanzenkübel oder Blumentöpfe aufzustellen, ohne diese zu fragen. Als ein Wort das andere gab und die Vermieterin die Gleichaltrige daran erinnerte, das diese noch mit der Miete im Rück-stand sei, fiel offenbar das „Junkie“-Wort: „Das geht darauf zurück, dass mein Sohn mal was geraucht und eine Tür kaputt gehauen hatte“, so die angeklagte Bedienung, die auch ganz offen von eigenen Alkoholproblemen sprach. Als ihre Vermieterin das immer wieder zum Thema gemacht habe, will sie zu ihr schon bei einer früheren Gelegenheit sinngemäß gesagt haben, diese müsse doch „als ehemaliger Junkie“ ein gewisses Verständnis haben. Als Richterin Braun die Andechserin nun fragte, ob sie tatsächlich ein Drogenproblem habe, wies diese das im Zeugenstand zurück:„Ich? Nie, ich habe der nur mal erzählt, dass ich als Teenie mal Gras geraucht hatte.“ Das Verhältnis zwischen Mieterin und Vermieterin dürfte allerdings schon länger unter Spannungen gelitten haben: Mal war es um erst spät gezahlte Miete gegangen,mal um den angeblichen Kontrollwahn der Hausbesitzerin, den die Mieterin so empfunden hatte: „Sie hat mich und meinen Sohn als Schmarotzer, Alkoholiker und Drogenabhängige bezeichnet - Ich war an dem Tag ziemlich fertig und habe mich so diskriminiert gefühlt“, sagte die Angeklagte zum Motiv für ihren eigenen verbalen Ausraster. Lange nach ihrem Wegzug habe es noch Streit um die Kaution gegeben, so die Beschuldigte: „Ich wollte meine Ruhe, damit ich neu anfangen kann.“ Die Vermieterin ihrerseits erklärte, dass die Ex-Mieterin sogar ihren Ehemann per „Whatsapp“-Bombardement noch in die Sache hinein zu ziehen versucht habe: „Am Ende hat der ihr sogar die Möbel transportiert!“ Das Gericht sah die Beleidigung letztlich als erwiesen an,hielt der Angeklagten allerdings zu Gute, dass „Provokationen durchaus in beide Richtungen“ erfolgt seien – das Urteil: 30 Tagessätze zu je 15 Euro. mps

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