Anlieger sind verärgert

Eigentlich ist die Etztalstraße nur ein kleines Sträßlein, das sich vorbei an den kleineren und größeren Häusern mit viel Grün drumherum durch den Ort schlängelt. Die Diskussion um ihren Ausbau hat die sie jedoch zum „heißen Pflaster“ werden lassen. Nun verfassten die Anlieger einen offenen Brief, den sie Anfang November an alle Haushalte Bergs und an die Presse verteilten. Darin wehren sie sich gegen das Vorgehen der Gemeinde, die Etztalstraße ersterschließen zu lassen (Lesen Sie hierzu auch den Artikel "Vorerst vertagt"). Sie fühlen sich von der Gemeinde schlecht informiert und völlig überrumpelt von der Höhe der Kosten, die auf sie zukommen. Unterschrieben haben 16 Parteien.

In dem Brief listeten die Anrainer die Geschehnisse auf. Es ärgert sie besonders, wie sie von der Kostenbeteiligung erfahren haben. Demnach wäre Ende Mai ein Brief von der Gemeinde im Briefkasten gelegen, der vor allem über die Müllentsorgung während der Bauarbeiten informierte. Der Hinweis darauf, dass Herstellungskosten zu 90 Prozent die Eigentümer zu tragen haben, sei nur in einem Nebensatz erwähnt worden. Bereits zwei Werktage später sei es mit den Bauarbeiten losgegangen. Auf Anfrage hätte auch der Bürgermeister nicht sagen können, wie hoch die Kosten ausfallen würden. Es sei dann zu einer Versammlung eingeladen worden, auf der ein „offener Meinungsaustausch“ erfolgen und „miteinander nach einer allseits tragbaren Lösung“ (so wird der Bürgermeister zitiert) gesucht werden sollte. Was die Anwohner aber als Affront betrachteten, ist der Umstand, dass die Gemeinde zu dem Treffen im Oktober gleich einen Anwalt mitbrachte. Sie schreiben: „Der Anwalt doziert: bei der Straße handele es sich um eine Ersterstellung, die Anrainer hätten 90 Prozent zu tragen, da könnten sie prozessieren so lange sie wollten.“ Außerdem seien im Laufe der Zeit immer höhere Kosten im Raum gestanden: erst seien 160.000 Euro genannt worden, dann sei in der Presse von 300.000 Euro und später von 450.000 Euro zu lesen gewesen. Kommentar: Soweit der Brief der „Etztalstraßler“. Das Fazit aus der Sache: Die Etztalstraße ist derzeit ein großes Problem für die Gemeinde. Die Bürger fühlen sich überfahren. Lässt man die juristischen Aspekte einmal weg, ob die Ersterschließung rechtens ist oder nicht, bleibt vor allem eines: das Kommunikationsdesaster der Gemeinde. Selbst stellvertretender Bürgermeister Karl Brunnhuber gab auf einer Ratssitzung zu, es sei „nicht optimal gelaufen“. Dazu kommt, dass Rathauschef Rupert Monn zwei Monate lang ausfiel. Und der Straßenausbau wird weiter für Zündstoff sorgen, denn laut Gemeinde sind noch etliche Straßen in Berg in ähnlich marodem Zustand und müssen saniert werden. Susanne Hauck

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