Antrag ist vom Tisch

Wörthsee - Eine Temporeduzierung an der Dorfstraße in Wörthsee auf 30 km/h ist vorerst vom Tisch. Nach einer Ortsbesichtigung und anschließend durchgeführter Geschwindigkeitsmessung kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung in diesem Bereich nicht notwendig ist. Das zusätzliche Anbringen von Schildern würde die Autofahrer zudem nur vom Verkehr ablenken.

In der Zeit vom 20. bis 24. Juli wurde ein Verkehrszähl- und Tempomessgerät im Bereich des Badeplatzes Birkenweg aufgestellt. Von insgesamt 5.628 Fahrzeugen fuhren rund ein Fünftel zwischen 20 und 25 km/h. Die meisten Fahrzeuge (1.834) fuhren zwischen 25 und 30 km/h. Nur acht Fahrzeuge schöpften die erlaubte Höchstgeschwindigkeit aus und fuhren zwischen 45 und 50 km/h. Einer hielt sich nicht an die maximale Geschwindigkeit. Die Messung bestätigt die Vermutung der Polizei, dass in diesem Bereich nicht so schnell gefahren wird, wie es auf den Fußgänger wirkt. Um die Sicherheit der Bürger und Touristen in Wörthsee zu erhöhen beantragte Christel Rose (SPD) im Mai eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ab der Seestraße Ecke Dorfstraße bis zum Ortsausgang. „Der Bereich um den Badeplatz ist zu sensibel und sehr stark in den Sommermonaten frequentiert, um ihn mit 50 km/h zu durchfahren“, äußerte sich damals Rose. Nun hat sich herausgestellt, dass die Sorge unbegründet sei, erklärte Bürgermeister Peter Flach in der Sitzung Ende September. „Die Zahlen sprechen für sich.“ Dennoch pocht die SPD-Gemeinderätin auf eine Geschwindigkeitsreduzierung, allein schon um ein Zeichen zu setzen. Zumal es die Bürger ihrer Meinung auch wünschen. Martina Jursch (CSU) sah die Situation völlig anders und wusste von vielen Anwohnern, die keine Tempo 30 Zone wünschen. Für Rose ist die Aussage der Polizei dennoch kein Argument. „Möglicherweise könnten wir es“, so Flach, „wenn wir es wollen. Jetzt haben wir es überprüft, jetzt lassen wir es so.“ Für Rose und Fraktionskollegin Christel Muggenthal ist eine Temporeduzierung nicht eine Frage des Könnens sondern des Wollens. Wenn es die Gemeinde will, solle sie es auch durchsetzen und ihre Entscheidung nicht von Messungen abhängig machen. Gegen die Stimmen von SPD und Grünen lehnte der Rat die Anordnung einer Tempo 30 Zone in der Dorfstraße ab. Ebenfalls abgelehnt wurde eine Änderung der Vorfahrtregelung an der Kreuzung beim Grundlerhof sowie Tempo 30 an der Seestraße im Bereich der Hausnummern 3 bis 39. In diesem Bereich wird sich auch nichts an der bisherigen Parkregelung ändern. Auf Antrag von Bürgern sollte das Zusatzschild von 7 auf 9 Uhr geändert werden, um das Parken in der Nacht zu erleichtern. Als letzten Punkt beschloss der Rat die Halteverbotsreglungen an der Seestraße (3 - 39) zu belassen. Roswitha Gahn (Grüne) plädiert für die Erschließung eines schlüssigen Verkehrskonzeptes für Wörthsee. Um das Verkehrsgeschehen in Wörthsee nachhaltig zu verbessern und für alle Beteiligte positiv zu beeinflussen bedürfe es eines umfassendes Maßnahmenprogramm. Ganz Wörthsee müsse unter die Lupe genommen werden auch hinsichtlich Parkplatz-, Einbahnstraßen- und Vorfahrtregelung. Peter Flach bezeichnete alle bisher getroffenen Maßnahmen als „Arbeiten an einem Fleckerlteppich“. Die entscheidende Frage sei, wo man hin wolle, erklärte Rose. „Wollen wir mehr Rechte für den Bürger oder den Autofahrer?“ Sobald die Kostenfrage geklärt ist, soll ein Verkehrsgutachten das nächste Jahr in Angriff genommen werden.

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