Arzt auf hoher See

Auf der MS Columbus ist der Friedinger Hausarzt Niko von Hollander derzeit zuständig für 500 Passagiere und 300 Mitarbeiter. Foto: fkn

„Das Leben an Bord als Schiffsarzt ist anspruchsvoller, als ich es mir vorgestellt habe“, mailt Niko von Hollander von der MS Columbus. Wie berichtet, ist der Friedinger Hausarzt mit Weßlinger Praxis für fünf Wochen mit dem Kreuzfahrtschiff unterwegs, „um auch mal andere Erfahrungen zu sammeln“. Zuständig ist er für 500 Passagiere und 300 Mitarbeiter.

„Die Verantwortung ist riesengroß, weil man für alles alleine verantwortlich ist“, erklärt von Hollander. „Patienten mit starken Brustschmerzen im Herzbereich schickt man an Land normalerweise ins Krankenhaus. Hier muss man selbst die Verantwortung übernehmen und alle Eventualitäten ausschließen.“ Zur Seite stehe ihm allerdings eine Krankenschwester „die sehr gut Bescheid weiß und mit der man Hand in Hand arbeiten kann“. Ansonsten sei der Beruf des Schiffarztes nichts für Anfänger, weshalb als Voraussetzung auch der Dienst als Notarzt gefordert werde. „Hier bietet sich ein breites Spektrum an Krankheiten und man muss oft schnell entscheiden. Von schlecht eingestelltem Bluthochdruck über Herzinsuffizienz bis hin zu Verletzungen kommt alles vor. Auch seekranke Menschen gibt es. Die sind aber in der Minderheit.“   Um was Niko von Hollander die Menschen in der Heimat derzeit beneidet, ist das schöne Wetter. „Ihr habt ja in Bayern sommerliche Temperaturen, während das Schiff, auf dem ich im Moment arbeite, durch eisige Fluten unterwegs ist.“ Die Strecke, die er bereits hinter sich hat, ging von Cuxhaven über die Faröer-Inseln im Nordatlantik nach Island zur Südspitze von Grönland durch den Prins-Christian-Sund, laut Hollander eine wunderbare Meerenge, nach Quakartoq und Nuuk und schließlich über den St. Lorenzstrom hinauf nach Quebec. Persönlich mache ihm das schwankende Schiff keine Probleme, schreibt er. „Nur bei einer Operation wird es etwas kritisch.“ Auf Dauer will der 59-Jährige nicht als Schiffsarzt tätig sein. „Dazu liebe ich meine bayerische Heimat viel zu sehr. Doch gelegentlich mal für ein paar Wochen wieder auf Kreuzfahrt zu gehen? Ja, das könnte ich mir schon vorstellen.“  

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