Asphalt-Mischanlagen in St. Gilgen

Walter sagt Runden Tisch ab

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Anfangs ganz friedlich: Die Demo vor dem Gilchinger Rathaus sollte später eskalieren.

Gilching – Eskaliert ist am Donnerstag eine Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses in Gilching. Anlässlich des Runden Tischs zum Thema Asphalt-Mischanlagen musste sogar die Polizei einschreiten. 

Bürgermeister Manfred Walter brach daraufhin die Sitzung ab und erklärte, nicht mehr als Moderator zur Verfügung zu stehen.

Es war der zweite Runde Tisch, zu dem Bürgermeister Manfred Walter zum Thema Asphalt-Mischanlagen ins Rathaus eingeladen hatte. Wie berichtet, beschweren sich Anwohner im Ortsteil St. Gilgen über Gestank und Lärm, die vorgeblich durch die Asphalt-Mischanlagen verursacht werden. Der TÜV Süd jedoch hatte festgestellt, dass seitens der zwei Betreiber sämtliche gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden und dass es auch keine gesundheitlichen Schäden durch eventuell austretende Gifte geben wird. Dennoch erklärten sich die Betreiber bereit, um eventuell vorhandene Geruchs- und Lärmbelästigung zu vermeiden, in Zusammenarbeit mit den Beschwerdeführern, dem TÜV Süd und der Kommune freiwillig weitere Schutzmaßnahmen zu prüfen.

Im Vorfeld zu diesem zweiten Gespräch hatte die „Bürgerinitiative für umweltfreundliche Asphaltmischanlagen“ (BuA) zu einer Demo vor dem Rathaus aufgerufen. Rund 40 Demonstranten, darunter auch etliche Kinder, machten ihrem Unmut lauthals Luft. „Als der erste Anlagenbetreiber vor dem Rathaus vorfuhr, wurde er noch im Auto sitzend von Demonstranten durch Klopfen an die Fensterscheiben bedrängt. Ein unbeeinflusster Zugang zum Sitzungs- saal war ihm nicht möglich. Daraufhin erklärte er mir, dass er aufgrund dieser Provokation nicht am Runden Tisch teilnehmen wird“, erklärte Bürgermeister Manfred Walter. Er habe daraufhin Gottfried Jais jun., den zweiten Anlagenbetreiber, telefonisch über die Stimmung vor dem Rathaus informiert, so dass Jais der Sitzung fernblieb. Die Runde sollte dennoch, allerdings ohne die beiden Unternehmer, stattfinden. Anwesend waren außer dem Rathauschef drei Vertreter der Bürgerinitiative, ein Vertreter des TÜV-Süd und zwei Mitarbeiter der Rathaus-Verwaltung und, etwas verspätet, ein Vertreter einer der Mischanlagen. Gegen 20 Uhr sei dann festgestellt worden, so Walter, dass zwei Dienstfahrzeuge und zwei private Autos der Rathaus-Mitarbeiter auf dem rückwärtigen Parkplatz mit Feuerlöschschaum eingesprüht worden waren. „Ich habe daraufhin angekündigt, den Vorfall von der Polizei aufnehmen zu lassen und verwehrte mich gegen ein solches Vorgehen“, betonte Walter. Eine Schuldzu- weisung habe er nicht gemacht, gleichwohl „ich wertfrei feststellte, dass ein zeitlicher und örtlicher Zusammenhang besteht“. Als ihm daraufhin von den Vertretern der BI vorgeworfen wurde, „ich würde gegen die Bürgerinnen und Bürger agieren und die Demokratie verhindern wollen, sagte ich, um weitere Eskalationen zu vermeiden, die Veranstaltung ab“. Da ihm die BI offen- sichtlich eine neutrale Mode- ration abspricht, werde er künftig nicht mehr als Moderator des Runden Tischs zur Verfügung stehen, stellte Walter fest. Er werde auch nicht mehr als Gastgeber fungieren. „Selbstverständlich kann die BI den Runden Tisch weiterhin betreiben. Dann aber in Eigenregie und außerhalb des Rathauses.“ In der Bürgerversammlung am heutigen Mittwoch im Freizeitheim in Geisenbrunn will Walter zu dem Vorfall Stellung nehmen. pop

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