Asphalt-Mischanlage

Eine positive Nachricht

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Gilching – Rechtzeitig zum Weihnachtsfest gab es für die Bewohner von St. Gilgen beziehungsweise Gilching West eine positive Nachricht.

Um die Geruchsbelästigungen aus der Asphalt-Mischanlage an der Weßlinger Straße weitgehend gering zu halten, wird der vorhandene Kamin um sechs Meter aufgestockt. Der Straßenbau in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten mit zunehmendem Verkehr ungeheure Ausmaße erreicht. Dass dafür Mengen von Asphalt benötigt wird, ist den wenigsten Verkehrsteilnehmern bewusst. Um Asphalt herstellen zu können, braucht es aber Asphalt-Mischanlagen. Leidtragende sind meist Anwohner, denen die aus dem Schornstein kommenden Gerüche regelrecht stinken. Im Gilchinger Ortsteil St. Gilgen hat sich aus diesem Grunde vor wenigen Jahren die BI „Gegen Umweltverschmutzung“ gegründet. „Die Gerüche ziehen sich über St. Gilgen, Gilching West und die Waldsiedlung hin. Je nach Windrichtung mal stärker mal schwächer“, sagt BI-Vorsitzender Gerhard Kempf. Versuchte man anfangs noch, mit öffentlichkeitswirksamen Demos gegen das Werk vorzugehen, sei man aber mittlerweile zu einer positiven Zusammenarbeit mit regelmäßigen Treffen gekommen. Was mit daran gelegen hat, dass Firmenchef Gottfried Jais auf die Kritiker zugegangen ist und zusicherte, alles zu tun, um Belästigungen zu vermeiden. Nun soll der rund 35 Meter hohe Schornstein um sechs Meter verlängert werden. „Die Idee, den Kamin aufzustocken, damit die Verbrennungsabgase später austreten und sich dadurch besser verflüchtigen, kam von uns“, sagt Kempf. Unterstützt wurde das Vorhaben durch die Gemeinde Gilching, die ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Ergebnis war, dass durch die Baumaßnahme eine Geruchsminderung von bis zu 30 Prozent zu erwarten ist. Zum Leidwesen von Kempf habe die Genehmigung für den Bau nunmehr ein Jahr in Anspruch genommen. „Wir mussten sämtliche Behörden wie Landratsamt und Flugsicherung durchlaufen. Aber jetzt liegt die Genehmigung vor und wir können anfangen“, erklärt Jais. Umgesetzt werden soll die Maßnahme bis spätestens März. „Das Verlängerungsstück liegt schon da. Es hängt nun davon ab, wann wir entsprechendes Montagepersonal und die notwendigen Kräne bekommen.“ Die Kosten gibt Jais zwischen 20 und 30000 Euro an. „Etwas teurer, als gedacht. Wenn es aber zu Verbesserung beiträgt, lohnt die Investition.“ Zusätzlich will Jais eine weitere Überdachung für den Recycling-Asphalt und für das Frischmaterial anbringen. Genehmigt sei außerdem das Aufstellen zwei weiterer Bitumentanks für das Vorhalten einer größeren Sorten-Vielfalt und ein weiteres Braunkohlestaubsilo. „Alles Maßnahmen, die zu einer Verbesserung im Hinblick auf die Umwelt beitragen“, sagt Jais. Auch bei der zweiten Asphalt-Mischanlage der Firma Schulz sei mittlerweile der Kamin verlängert worden, freut sich Kempf. „Wenn ich jetzt unser Weihnachtsrundschreiben rausgeben, kann ich wenigstens Positives berichten.“ pop

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