Bürgerversammlung in Gilching

BI kassiert Kritik

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BI-Sprecher Hugo Ziegler legte Bürgermeister Manfred Walter den Rücktritt nahe und handelte sich dafür zahlreiche Buhrufe ein.

Gilching – Buhrufe und heftige Kritik mussten sich am Mittwoch auf der Bürgerversammlung in Gilching die Initiatoren der Bürgerinitiative „für umweltfreundliche Asphaltmischanlagen“ (BUA) gefallen lassen.

Die Mehrheit der rund 180 Besucher störte sich an der zunehmend aggressiven Vorgehensweise von Bürgerinitiativen.  

„Früher schickte man die Kinder um sieben Uhr ins Bett. Heute zum Demonstrieren“, sagte Gottfried Jais sen. anlässlich der Diskussion über die zwei Asphalt-Mischanlagen im Ortsteil St. Gilgen. Der ehemalige Chef der Jais-Kieswerke erklärte außerdem, dass aufgrund des aggressiven Vorgehens sein Sohn Gottfried jun., Betreiber der Asphalt-Mischanlage, zu keiner weiteren Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative mehr bereit sei. Im Vorfeld hatte Hugo Ziegler, Sprecher der BI, mehrfach betont, dass es sich bei der Demo um harmlose Leute gehandelt habe und man auch nichts mit der zeitgleich stattfindenden Feuerlöschschaum-Attacke auf vier Autos von Rathausmitarbeitern zu tun habe. Vielmehr legte er Manfred Walter nahe, zu überlegen, ob er denn noch als Bürgermeister für die Gemeinde Gilching tragbar sei. Hatte Ziegler mit Applaus gerechnet, wurde er eines Besseren belehrt. Buhrufe quittierten seine Ausführungen. Als Ziegler dann auch noch feststellte, dass man den bestialischen „Malz-Gestank“ der zwei Asphalt-Mischanlagen bis in die Waldsiedlung, in der er wohne, wahrnehme, musste er sich aufklären lassen, dass Asphalt nicht nach Malz riecht und der Malzgeruch schon seit Jahrzehnten aus der Schnapsbrennerei im Ortsteil Geisenbrunn komme. „Und Malz stinkt nicht, ich rieche es zum Beispiel sehr gerne“, sagte ein Gast. Für übertrieben hielt Georg Schwojer zudem die Vorwürfe der BI, dass es von St. Gilgen bis zur Waldsiedlung permanent stinke. „Ich habe 40 Jahre lang nur 250 Meter entfernt der alten Asphaltmischanlage an der Weßlinger Straße gewohnt. Wenn es wegen ungünstiger Windverhältnisse fünf Mal im Jahr gestunken hat, dann war es schon viel.“ Was allgemein für Unmut sorgte, war die Tatsache, dass die BI bei ihrer Demo Kinder mit Totenmasken ausgestattet vors Rathaus stellten. „Kinder als Mittel zum Zweck zu benutzen, das lassen sie lieber bleiben“, fasste es Schwojer zusammen. Mehrfach wurde zudem kritisiert, den Runden Tisch, der laut Bürgermeister Manfred Walter auf freiwilliger Basis und in Kooperation mit der BI Abhilfe für mögliche Geruchsbelästigungen sorgen wollte, durch die Demo gefährdet zu haben. „Warum haben sie nicht einfach abgewartet, ob es eine Lösung für die Probleme gibt?“, fragte ein Gast nach.  „Wenn der Ausgang negativ gewesen wäre, hätten sie ja immer noch demonstrieren können. Sie haben sich durch ihr Vorgehen selbst geschadet.“ pop

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