Nachtragshaushalt

Zwölf Millionen für Asylbewerber

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Landkreis – Nach langer Zeit muss der Landkreis Starnberg wieder einen Nachtagshaushalt erlassen. Grund ist der rasante Flüchtlingsanstieg und die damit verbunden Kosten für Unterbringung und Betreuung.

Die Mehrausgaben summieren sich in diesem Jahr auf zwölf Millionen Euro. „Wir müssen das alles sauber auf die Beine stellen“, betonte Landrat Karl Roth in der gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Haushaltsausschuss. Mittlerweile beschäftige sich jede Abteilung in der Kreisbehörde – vom Gesundheitsamt, Baubehörde, Jugendamt bis hin zum Callcenter – mit dem Thema Asyl. Bis Jahresende werden rund 1.300 Frauen, Männer und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Fünfseenland ihre Asylverfahren abwarten. Kreiskämmerer Stefan Pilgram rechnet mit rund zwölf Millionen Euro an Mehrausgaben, die er zum einen mit einem zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 10,58 Millionen Euro und zum anderen aus den Rückerstattungen von 1,1 Millionen Euro von der Regierung von Oberbayern gegenfinanziert Das meiste Geld schlucken die Containeranlagen in Herrsching, Andechs und Inning. Allein für diese drei Standort plus zwei weitere, die noch nicht feststehen, muss der Landkreis 10,9 Millionen Euro aufbringen. Der nächste Posten dreht sich um die Ausstattung der Container, was etwas mehr als eine Million Euro kostet. In den vergangenen Monaten wurden außerdem das Personal der Kreisbehörde um 25 neue Mitarbeiter aufgestockt, was die Lohnkosten um 237.000 Euro erhöht. Das Pachten von Grundstücken und die Miete von Wohnungen und Häuser sowie deren Unterhalt kostet 111.000 Euro. Die Zeltdörfer in Tutzing, Berg und Pöcking werden mit rund einer Million Euro veranschlagt. Über den Nachtragshaushalt mitfinanziert werden aber auch 707.000 Euro für Zweckverband Staatliche Würmtal Realschule in Gauting. Trotz aller Belastungen bleibt die Kreisumlage unverändert bei 46,99 Prozent; die Schulden erhöhen sich von 6,85 auf 26,75 Millionen. Die Runde verabschiedete Pilgrams Zahlenwerk einstimmig und ohne lange Debatten. Übrigens: Als „kleines Dankeschön an die vielen Helferkreise im Landkreis“, lädt Roth alle Ehrenamtlichen am Mittwoch, 21. Oktober; in den Florianstadl nach Andechs. O. Puls

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