Asylbewerber

Erster "Landler" bis Frühjahr

+

Gilching – Gudrun Müller ist die gute Seele vieler notleidender Menschen in Gilching. Seit über zehn Jahren organsiert sie nun die Gilchinger Tafel.

Dabei geht es nicht nur um die Ausgabe von Essen. Müller und ihr 18-köpfiges Team sind oft auch einzige Ansprechpartner für Menschen in Not. Neuerdings unterrichtet die 71-Jährige sogar eine junge Asylbewerberin aus Afghanistan am Hackbrett. „Das mit der Tafel läuft wirklich gut“, erzählt Gudrun Müller. Sämtliche Supermärkte, Bäckereien, ein Bioladen und Privatpersonen stellten wöchentlich so viel Lebensmittel zur Verfügung, damit die rund 80 Menschen, die in die alte Villa am Bahnhof kommen, unterstützt werden können. Neuerdings habe sich sogar Pfarrer Christoph Lintz angeschlossen. Jeweils am dritten Sonntag im Monat werden während der Messe Klappkisten aufgestellt, in die Kirchgänger haltbare Lebensmittel legen können. „Ich finde das wirklich toll, weil es zeigt, dass sich hier viele Menschen für andere interessieren und auch engagieren.“ Zu Müllers Klientel gehören mittlerweile auch die Gilchinger Asylbewerber, die ebenfalls regelmäßig in die alten Villa kommen, um sich mit Lebensmitteln und Kleidung einzudecken. „An Weihnachten, kurz vor Heilig Abend, gibt es hier immer unterm geschmückten Christbaum Tee, Kaffee, Plätzchen und einen Lebensmittelgutschein. Außerdem spiele ich dann mit dem Hackbrett weihnachtliche Lieder“, erzählt sie. Musik liegt ihr im Blut, war sich doch 25 Jahre lang Mitglied der Gilchinger Stubnmusi und der Gilchinger Sängerinnen. Begeistert vom ungewohnten Hackbrett-Auftritt zeigte sich der 26-Jährige Mirwais Klungyami aus Afghanistan. „Er packte spontan seine Gitarre aus und begleitete mich. Mirwais ist musikalisch sehr gut und würde gerne hier in Deutschland in Richtung Musik etwas machen“, betont Müller. Mirwais Ehefrau Shima, beide sind seit sechs Monaten in Gilching, war wiederum vom Hackbrett derart angetan, dass sie Müller bat, es ihr doch beizubringen. „Wir haben uns mit Händen und mit ein paar englischen Brocken unterhalten, weil die beiden ja gerade erst dabei sind, deutsch zu lernen.“ Eine Familie Hafner habe sich auf Anfrage von Müller sofort bereit erklärt, ihr eigenes Hackbrett vorerst nur mal als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. „Nun steht dem Unterricht nichts mehr im Wege.“ Die erste Stunde für die 24-Jährige Shima hat bereits stattgefunden. Müller: „Sie lernt sehr schnell. Ich denke, bis zum Frühjahr werden wir den ersten Landler gemeinsam spielen können.“ Einen Termin gibt es auch schon. Am zweiten Mai-Wochenende ist am Marktplatz ein Musikantentreffen geplant, an dem auch Müller mit ihrem neuen Trio auftreten wird. pop

Meistgelesen

Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Starnberg: Wenn die Schwester beim Bruder im Handy-Laden vorbeischaut...
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Gilchinger Heimatmuseum "Schichtwerk" im Werson-Haus eröffnet
Gilchinger Heimatmuseum "Schichtwerk" im Werson-Haus eröffnet

Kommentare