Asylbewerber

Ein Landungssteg für Gestrandete

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Gilching – In Gilching kümmert sich nicht nur der Helferkreis Asyl um die Integration der ankommenden Flüchtlinge. Auch die jeweiligen Schulen am Ort nehmen sich des Themas an.

Zuletzt organisierten Schüler sowie das Lehrerkollegium ein Projekt, das nicht nur die Problematik der Flucht anschaulich darstellte, sondern auch noch Spenden für den Helferkreis einbrachte. Gilching war die erste Gemeinde im Landkreis Starnberg, die auf Initiative von Pfarrer Christoph Lintz einen Helferkreis Asyl eingerichtet und Patenschaften für Flüchtlinge übernommen hat. Das Engagement war ansteckend. Mittlerweile initiieren Gruppierungen wie auch Privatpersonen Aktionen, die dem Leid der Menschen, die Hab und Gut verloren haben, Positives entgegen setzen wollen. Jüngst präsentierten die Schüler des Christoph-Probst-Gymnasiums im Beisein von Asylbewerbern aus Eritrea und dem Lehrerkollegium das Ergebnis vieler Diskussionen. Herausgekommen ist ein symbolischer Landesteg für rund 1.000 Flüchtlingsboote, die von den Schülern aus Papier gefertigt wurden. Initiiert wurde das Projekt durch Kunsterzieherin Charlotte Kosean, die darauf verwies, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt, „bei dem jeglicher Konkurrenzgedanke außen vor bleiben muss“. Die Boote, wiederum stünden symbolisch für die große Not der Flüchtlinge, die schweren Herzens ihre Heimat verlassen, um Bürgerkrieg und Folter zu entkommen. „Ich bin begeistert von dem, was die Schüler und Lehrer hier auf die Beine gestellt haben und ich hoffe, dass vieles davon in den Köpfen hängen bleibt“, betonte Schulleiter Peter Meyer. Seiner Meinung nach sei dies ein wichtiges Zeichen dafür, sich durch negative Propaganda nicht in die Angststrecke treiben zu lassen. „Deutschland ist ein Land, das es sich leisten kann, Asylbewerber aufzunehmen und ihnen eine neue Heimat zu bieten.“ Deutschlehrer Stefan Grüner nahm sich unter anderem des Themas Lampedusa an. „Die EU-Politik hätte die Mittel und die Möglichkeiten, die Flüchtlinge zu retten; aber man lässt sie ertrinken. Der Tod der Flüchtlinge ist Teil der europäischen Abschreckungsstrategie geworden“, betonte er. Am Aktionstag mit dabei auch Erziehungs-Mediatorin Margarete Blunck und Asylbewerber aus Eritrea. Sie antworteten auf die vielen Fragen der Schüler und erzählten in relativ gutem Deutsch über ihr Leben in Eritrea und über ihre Flucht-Gründe; auch wenn dabei das Leben aufs Spiel gesetzt werden musste. Anhand von Schautafeln gab es außerdem in der „Unteren Schulstraße“ begleitend zur Bootsaktion wichtige Informationen zu den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Ausschließlich von den Schülern und Lehrer gefüllt wurde außerdem ein Spendentopf. „Jeder Euro ist wichtig, wenn dadurch geholfen werden kann“, sagte Meyer. Zusammen gekommen waren rund 1500 Euro, die an den Helferkreis Asyl übergeben wurden. Näheres auch unter www.asyl-in-gilching.de.  pop

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