Der Aubach soll wieder natürlich werden

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Gilching – Der Aubach am Krautgartenweg in Gilching soll renaturiert und das Ufer abgeflacht werden.

Den Antrag dazu stellte die Grünen-Fraktion. Angeregt wurde die Bepflanzung von Erlen und Weiden. Der Umweltausschuss beschloss eine erweiterte Renaturierung zugunsten ökologischer Ausgleichsmaßnahmen. Begeistert von der Idee, den begradigten schmalen Bach aufzuwerten, ist Gilchings Umweltbeauftragter Jan Haas. „Wenn wir genügend Flächen herbringen, könnte die Böschung abgeflacht werden und sich der Bach wieder einen eigenen Weg suchen“, veranschaulichte er in der jüngsten Umweltausschusssitzung. Im Fachjargon nennt man dies „Mäandrieren“, sagte Haas. Derzeit wird das Rinnsal im Sommer von Kindern genutzt, die sich unter einer alten gut erhaltenen Weide ein kleines Wasserparadies eingerichtet haben, Brücken bauen und Schifferl schwimmen lassen. Aber auch viele Hunde nutzen das Gewässer, um zu trinken und sich abzukühlen. In seinem Antrag regte Grünen-Gemeinderat Peter Unger an, entlang des Bachlaufs zwischen Gärtnerei Wurm und Reßweg eine lockere Bepflanzung vorzunehmen, wobei Erlen als Obergeschoss und die Weiden als Sträucher das Untergeschoss bilden sollen. Ein Vorschlag, der allgemein Zustimmung fand. 

„In der Verwaltung ist die Renaturierung von Bächen bereits seit längerer Zeit als Ausgleichsmaßnahme angedacht“, betonte Haas. „Hierzu seien allerdings Grundstücksstreifen von über zehn Meter um den Bachlauf erforderlich. Die seien notwendig, um durch das Mäandrieren dem Gewässer Möglichkeiten zu eröffnen, verschiedene Fließgeschwindigkeiten und ökologische Nischen entstehen zu lassen.“ Die Renaturierung und Bepflanzung von Bachläufen sei außerdem eine ökologisch sinnvolle Maßnahme, die bei richtiger Umsetzung auch dem Hochwasserschutz dienen könne. „Bedauerlicherweise befinden sich außer dem im Grünen-Antrag erwähnten Bereich keine passenden Grundstücke in Gemeindebesitz. Die Liegenschaftsabteilung ist jedoch informiert, Gelegenheiten für Ankäufe an Bachufern und Wassergräben möglichst wahrzunehmen.“ Mit ins Boot wird auch das Wasserwirtschaftsamt geholt. „In einem Telefonat wurde die Maßnahme grundsätzlich begrüßt. Eine schriftliche Stellungnahme jedoch liegt noch nicht vor“, erklärt Haas. Außerdem sei derzeit eine neue Berechnung und gegebenenfalls auch eine Umgestaltung des Hochwasser-Rückhaltebeckens am Steinberg, oberhalb der Gärtnerei Wurm, vorgesehen. „Es macht deshalb Sinn, mit der Renaturierung des Aubaches die Ergebnisse abzuwarten und erst dann zu starten“, regte Haas an. Zudem müsse die Hydraulik des Aubaches wegen der Sicherung der Abflussleistung neu berechnet werden. Haas: „Für die Freiwillige Feuerwehr ist nach Rücksprache vor allem wichtig, dass der Rechen vor der Verrohrung zugänglich bleibt.“ Beschlossen wurde, die notwendigen Maßnahmen generell vorzunehmen, die genauen Kosten zu verifizieren und sie im Haushalt 2018 einzustellen.pop

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