Herbstprogramm der "Kulturmanufaktur" startet am 14. Oktober mit Helmut A. Binser

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Aufkirchen – Die Kultur bekommt in Aufkirchen eine neue Heimat: Im Gasthof „Die Post“ brachte die „Aufkirchner Kulturmanufaktur“ im ersten Halbjahr Sänger, Kabarettisten und ein Kasperltheater den historischen Saal. Nun geht das Herbstprogramm an den Start und bringt wieder viele interessante Künstler mit ihren Künsten auf die Bühne.

Für die Kultur stellte das Wirtshaus in Aufkirchen allerdings auch in der Vergangenheit ein Zuhause, schließlich begeisterte seit Jahrzehnten im Festsaal die „Aufkirchner Dorfbühne“ die Zuschauer. Vor etwa zehn Jahren wäre das Bauerntheater um ein Haar heimatlos geworden, denn damals drohte der Dorfwirtschaft, finanziell untragbar geworden, der Abriss. Doch Eigentümer Andreas Gröber wagte den Kauf des renovierungsbedürftigen Hauses vor allem aus Traditionsgründen, denn, so Gröber: „an diesem Platz steht seit Jahrhunderten ein Wirtshaus und wenn nicht hier in dieser herrlichen Lage, wo sonst, soll man einen Landgasthof rentabel betreiben können?“. Als gelernter Kaufmann und ohne gastronomische Ausbildung liegt Andi Gröber die Gastronomie eher erst kurzfristig im Blut. Betrachtet man es allerdings langfristig, so ist ihm dieses Metier nicht ganz fremd. So führten vor vielen Generationen seine Vorfahren Wirtshäuser rund um den Starnberger See und Georg Gröber hatte im 14ten Jahrhundert sogar die Augustiner-Brauerei gepachtet. 2012 sanierte Andi Gröber den Aufkirchner Landgasthof und steckte viel Geld und noch mehr Herzblut in die Umbau- und Renovierungsmaßnahmen. Durch die Kernsanierung wurde der Gasthof zusätzlich zum 3-Sterne-Hotel mit 29 Zimmern ausgebaut und trägt seitdem den Namen „Die Post, Landgasthof“. Der Betrieb ist ohne Ruhetag sieben Tage die Woche geöffnet und es empfiehlt sich vorher telefonisch einen Tisch zu reservieren. 

Das geschäftige Wirtshaustreiben wird von Georgia Schmid, sie steht hinter der „Aufkirchner Kulturmanufaktur“, noch angeheizt. Durch ihre Adern pulsiert zum einen die Liebe zur Kunst, denn sie ist die Tochter von Georg Maier, dem Gründer der berühmten Münchner „Iberl Bühne“, aber zum anderen pulsiert in ihr auch das Organisationstalent, womit sie sich um alle Veranstaltungen, von Geburtstag bis zur Hochzeit oder Weihnachtsfeier, in der Post kümmert. Nebenher betreut sie noch die Künstler der Iberl Bühne und natürlich die des Landgasthofs „Die Post“. New-Orleans in Aufkirchen und die „Mini-Playback-Show“ Mit Gröber und Schmid treffen zwei Herzensangelegenheiten aufeinander, die fortan Leib und Seele der Gäste versorgen. Der eine sagte mit dem Kauf der Aufkirchner Dorfwirtschaft dem Wirtshaussterben den Kampf an, die andere steckt ihre ganze Leidenschaft in die doch oft so brotlose Kunst. Dazu stellt Gröber den Saal mit der historischen Bühne und der nagelneuen Technik zur Verfügung und verwöhnt das Auditorium während der Vorstellung kulinarisch. Schmid ihrerseits lässt die Beziehungen zu hochkarätigen Künstlern spielen, die gerne in diesem schönen Umfeld auftreten. Etwa Helmut A. Binser, der mit seinem Musik-Kabarett „Wie im Himmel“ am 14. Oktober „lebenslustig, humorvoll und zünftig“ den Auftakt macht. Mit Ziehharmonika und Gitarre aus dem Kofferraum seines alten Daimler-Benz schmettert der ehemalige Rockmusiker Anekdoten aus dem Alltag, betrachtet Thermomixpartys oder die überfüllte Biotonne nach dem verpassten Abholtermin. 

Nur eine Woche darauf verwandelt sich das bayerische Traditionshaus mit der „Sweet Second Spring Jazz Gang“ im Jubiläumskonzert mit „The Veterinary-Street-Jazz-Band“ zur jazzigen Bar inmitten von New-Orleans. Im Programm ist für jeden was dabei: Der tragisch-komische Liederabend „Da Billi Jean is ned mei Bua“ zum Beispiel, in dem Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid humorvolle, nachdenkliche Texte in die Melodie von Tina Turners Hit „Private Dancer“ dichten und verschüchterte Männer am Rande der Tanzfläche ins Rampenlicht stellen. Georgia Schmid weiß, was ihre Künstler mögen. Sie schätzen gutes Essen, das ihnen hier serviert wird, aber auch diese vertraute Atmosphäre zum Publikum in der Dorfwirtschaft. Sie alle kommen gerne. Beispielsweise Kerstin Heiles, die à la Edith Piaf „Chansons d’Amour“ singt, während die Küche Köstliches aus der französischen Küche zubereitet. Am Sonntag dem 12. November erwartet die Berger ein besonderes Schmankerl: Der MTV Berg macht die Bühne frei für die „Berger Mini-Playback-Show“, in der Kinder für Kinder singen, denn die Einnahmen fließen in den Förderverein der Jugendfußballer. Anmeldeschluss der Kleinen von 6 bis 14 ist der 20. Oktober unter Telefonnummer 0179-49 25 33 32.

Eine Premiere und Rauhnachtsagen Mit einem alten Bekannten der Veranstalterin geht‘s weiter: Christian Springer ist der „satirische Mutmacher“ und beleuchtet in Aufkirchen kabarettistisch Sinn und Unsinn der Weltpolitik. Ein besonderes Schmankerl für Groß und Klein kommt mit Dr. Döblinger’s geschmackvollem Kasperltheater in den Landgasthof. Wer mit dabei sein will, sollte die Karten bald reservieren, denn die Vorstellungen sind traditionell schnell ausverkauft. Ende November wird es mit Luis aus Südtirol „Weibernarrisch“ und Anfang Dezember feiert die „Baierische Weltgeschichte“ Premiere, wenn Hansi Kraus, Eric Brodka, Juri Lex und Stefan Straubinger ihre soulige Lesung nach M. Ehbauer aufs Parkett bringen. Die meisten Künstler konnte Georgia Schmid durch Beziehungen für sich gewinnen. Andere wie die Nagl-Musi waren ein Zufallstreffer: Sie aßen im Gasthaus zu Abend und beschlossen, hier aufzutreten. Jetzt schließen sie im musikalischen Spiel mit „Rauhnachtsagen“ geheimnisvoll, sagenhaft, gruselig und immer mit einem Quäntchen Humor das Programm – und im Januar, verrät Schmid, lädt die Kulturmanufaktur zu heißem Flamenco mit dem Ricardo-Volkert-Ensemble und feurig-spanischen Tapas. Das wärmt die Gemüter im tristesten der Wintermonate und lässt Urlaubsstimmung aufkommen.

Mehr Informationen unter „post-aufkirchen.de/ueber-uns/veranstaltungen“. Tickets telefonisch unter 08151/446 120 oder im Ticketshop www.okticket.de. mk

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