Aufschwung durch Wechsel

Ein Generationswechsel soll den Freien Wählern in Gilching wieder zum Aufschwung verhelfen. Der 47-jährige Bestatter Peter Kramer löste bei den Neuwahlen den 61-jährigen Georg Krieg ab. Er wurde durch Kassier Thomas Reich mit Blumen, Wein und einer innigen Umarmung verabschiedet. Rückblickend rechneten Reich und Krieg mit der Nachfolgeregierung im Rathaus ab.

„Wir haben gute Arbeit geleistet, aber man hat uns angegriffen und gegen uns gekämpft“, sagte Georg Krieg, der die Freien Wähler über 20 Jahre lang anführte. Außerdem sei seiner Meinung nach nicht nur der Anspruch der Bürger sondern auch der Anteil der Egoisten gewachsen. „Die Bürger wollen Wohlfühlpolitiker, die alles zusagen und nichts halten. Das wollen wir nicht.“ Auf „unsachliche Kampagnen“ führte Krieg auch den massiven Erdrutsch bei den Kommunalwahlen zurück. Wie berichtet, haben die Freien Wähler nicht nur den Bürgermeisterposten verloren, sondern auch fünf Ratssitze. „Wir sind aber weiterhin eine starke Gruppierung. Die fünf Plätze sind außerdem gegenüber 1990 eine Steigerung um zwei Personen“, zog Krieg Resümee. Kein gutes Haar ließ er an Reichs Nachfolger, Bürgermeister Manfred Walter. „Es wird nichts mehr erledigt, sondern viel geschoben.“ Zur umstrittenen Westumgehung sagte Krieg: „Die Planung ist abgeschlossen, auch die Detailplanung. Wir verstehen nicht, dass die SPD aus fadenscheinigen Propagandagründen den Baubeginn verzögert. Es gibt keinen Grund dafür.“ (Kommentar dazu rechts). Des Weiteren monierte er, dass Walter „und ein Teil des Gemeinderats alte Beschlüsse nicht respektieren. Es gibt nichts mehr zu verhandeln, jetzt muss gehandelt werden“. Reich wiederum versicherte, dass er, wäre er wieder gewählt worden, den Spatenstich 2008 vollzogen hätte. „Nun wird es so hingestellt, als wäre dies unrealistisch. Ich hätte es mit meiner Verwaltung geschafft.“ Seiner Meinung nach gibt es keine offenen Fragen mehr und auch die Detailplanung sei erledigt. Reich räumte zwar ein, dass das Projekt kein Selbstläufer ist. Doch hätte man nach der Wahl den Startschuss gegeben, so Reich, wäre dies „keine große Sache mehr“. Auch die noch fehlenden drei Grundstücke hätten einen Spatenstich laut Reich nicht verhindert. Sechs Monate habe Walter Zeit gehabt, die untätig verstrichen sind, mahnte der abgewählte Rathauschef. Auf die öffentlich gemachten Vorwürfe, Reich und die Freien Wähler haben zwölf Jahre Zeit gehabt, die Straße auf den Weg zu bringen, verwies Krieg auf Reichs Vorgänger. „Sie haben es von 1977 bis 1996 nicht geschafft. Jetzt werfen sie es Reich vor.“ Wobei von 1990 bis 1996 mit Hans Ostermayr auch schon ein Bürgermeister der Freien Wähler im Amt war. Bei den Neuwahlen wurden außer Kramer und Reich noch Ute Böttner (Stellvertreterin), Matthias Vilsmayer (Öffentlichkeitsarbeit) und Angelika Rodenwald (Schriftführerin) gewählt.

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