Aufwändiges Verfahren angeordnet

Die kleine Dorfschule in Hochstadt gibt es nicht mehr. Dort ist nun der Hort und die Mittagsbetreuung untergebracht. Foto: Polster

Einmal mehr wurde in Weßling die seit 70 Jahren geforderte zentrale Schule auf Eis gelegt. Für Bürgermeister Michael Muther ein herber Rückschlag. „Ich werde zur Regierung gehen, die neue Situation ansprechen und schauen, was sich machen lässt“, versprach er.

In Weßling ist die zentrale Schule seit 1939 Thema. Seinerzeit wurde erstmals über eine Zusammenlegung der Volksschule Weßling und Oberpfaffenhofen diskutiert und der Bau einer zentralen Schule ins Auge gefasst. Seither wurde das Projekt mehrmals beschlossen und genauso oft auch widerrufen. Zuletzt verhinderte vor zwölf Jahren eine Bürgerinitiative „Bessere Schulkonzept“ den Bau einer gemeinsamen Schule in Oberpfaffenhofen. Fatal insofern, als dass damals die Regierung von Oberbayern zugestimmt hatte, sich die Initiatoren „zum Erhalt der drei Ortsteilschulen“ aber erst dann zu Wort meldeten, als alles unter Dach und Fach war. Laut Bürgerentscheid mussten nun die Pläne für eine gemeinsame Schule ad acta gelegt und stattdessen die drei Ortsteilschulen, mittlerweile war durch die Gebietsreform auch Hochstadt dazu gekommen, saniert und zum Teil erweitert werden. Wobei die Hochstadter Schule kurz danach ihren Betrieb zugunsten eines Horts aufgeben hat. Die von Eltern und Lehrern geforderte Einhäusigkeit wurde erneut unter Bürgermeister Michael Muther vor zwei Jahren aufgegriffen und erneut Gutachten für die Standorte Oberpaffenhofen und Sportplatz Weßling angefertigt. Wobei Oberpfaffenhofen weiterhin im Trend liegt. Um ein langwieriges Verfahren zu umgehen, plante man statt eines Neubaus lediglich einen Erweiterungsbau, angrenzend an die alte Schule. Doch die Regierung von Oberbayern hat dem Vorhaben die erhoffte Zustimmung verweigert und wegen strengerer Auflagen ein aufwändiges Verfahren angeordnet. Unter Umständen muss sogar der Wunschstandort Oberpfaffenhofen zugunsten von Weßling aufgegeben werden. Problem ist unter anderem, dass der Standort Oberpfaffenhofen mittlerweile in einer Lärmschutzzone liegt, was sich auf die Genehmigung für einen Schulbetrieb negativ auswirkt. „Wenn es sein muss, kann ich meine Meinung auch ändern. Beim Weßlinger Standort gäbe es tatsächlich weniger Lärmbelästigung“, erklärte Muther. Andererseits aber liege der Standort Oberpfaffenhofen zentraler. Muther hofft nun, dass nicht für beide Standorte gleichzeitig eine Flächennutzungs- und eine Bebauungsplanänderung durchgeführt werden muss. „Besser wäre, wenn wir bereits im Vorfeld die Vor- und Nachteile abwägen und dann nur für einen Standort das Verfahren einleiten müssten.“ Letztendlich aber entscheide der Gemeinderat, welcher Weg eingeschlagen wird, betont Muther. „Unter fünf Jahren aber wird es nichts mehr werden.“

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