16. bis 25. Juli

„AUGEN-BLICKE“: Werke von Gottfried Weber im Weßlinger Pfarrstadel

Weber
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Gottfried Weber stellt seine Werke im Pfarrstadel aus.

Weßling -  Normalerweise finden im Pfarrstadel regelmäßig Ausstellungen statt. Im vergangenen Jahr war es diesbezüglich ruhig geworden, sogar die traditionelle Weihnachtsausstellung musste ausfallen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Jetzt sind wieder Veranstaltungen zugelassen und Gottfried Webers Werke schmücken das historische Gebäude.

Unter dem Titel „AUGEN-BLICKE“ präsentiert der Weßlinger Maler fast 100 Aquarelle und Zeichnungen. Intensiv mit der Malerei beschäftigt sich der 83-Jährige seit der Jahrtausendwende. Und der Traum, sich eines Tages voll und ganz der Kunst zu widmen, reicht bis in die Jugend zurück. Ein Traum, den er sich nach einer Karriere im Verlagswesen, als selbständiger Grafiker, Zeitschriftengestalter, Verleger und Autor erfüllen sollte. Damals verfeinerte der Autodidakt seine malerischen Fähigkeiten, indem er Unterricht bei namhaften Dozenten nahm und Seminare bekannter Kunstakademien besuchte. Seine Leidenschaft gehört der Aquarellmalerei, „der Königsdisziplin unter den Maltechniken, weil sie relativ schwer beherrschbar ist“, sagt der Weßlinger gegenüber dem Kreisbote Starnberg. Er selbst sieht sich als „Vertreter der gegenständlichen Malerei“, sei aber genauso fasziniert von der „abstrahierten oder gegenstandslosen Kunst“.

Als naturverbundener Mensch fühle ich mich in erster Linie von Landschaftsmotiven angezogen, von den Stimmungen der Tages- und Jahreszeiten“, betont das Mitglied der Deutschen Aquarell-Gesellschaft und vergleicht sich mit einem Schwammerlsucher, der durch die Wälder streift. Während der Pilzsucher aber den „eingeengten Blick“ auf den Boden geheftet hat, prüft Weber die „farbliche und kompositorische Bildtauglichkeit der Orte, an denen ich mich gerade aufhalte“. Das für gut befundene Motiv hält er mit der Kamera fest. Oder er kramt einen Stift aus seiner Tasche und skizziert Gesehenes. Mit der Vorlage zieht er sich anschließend in sein Atelier zurück und setzt es in ein „großformatiges Stimmungsbild nach eigener kompositorischer Vorstellung um“, erzählt er. Das können die Wälder sein, die ihn umgeben - oder Weßlings ehrwürdige Villen. „Künstlerisch reizt mich bei den Gebäuden die Herausforderung, die Linien zusammenzuführen“, sagt der Mann, der die Architektur der stolzen Gebäude in ineinanderfließenden Schattierungen eindrucksvoll in Szene setzt.

Das Spiel mit Licht und Schatten verleiht seinen Bildern Atmosphäre – etwa in dem Bild „Mühsamer Anstieg“, auf dem sich ein Feldweg über sonnenüberflutete Wiesen windet und auf einen dunklen Felsen zusteuert. Bemerkenswert ist auch das Gemälde, das Weber „Epische Landschaft“ taufte. Dabei schweift der Blick des Betrachters über ein leuchtendes Weizenfeld, das in eine sanfte Hügellandschaft übergeht, während am Horizont ein Wolkenmeer aufzieht. Wie in jedem seiner Werke hält der Maler dabei diesen einen, vergänglichen Moment fest – oder eben jenen Augen-Blick. Angekündigt sind neben den Landschaftsbildern auch Stadt- und Ortsansichten sowie Bilder mit Menschen und Florales.

 Zu sehen sind die Arbeiten im Pfarrstadel Weßling vom 16. bis zum 25. Juli. Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils von 15 Uhr bis 18 Uhr.  

 Michèle Kirner

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