Ausbau der KIM einen Schritt weiter

Mit rund 130 Firmen, in denen 1.400 Beschäftigte arbeiten, platzt die Kraillinger Innovationsmeile - KIM - im Kreuzlinger Forst aus allen Nähten und soll um 58 Parkplätze und vier weitere Parzellen erweitert werden. Das Projekt ist so gut wie beschlossen und von der Regierung Oberbayern bewilligt, doch noch sind nicht alle verwaltungsrechtlichen Hürden im Detail genommen.

Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses diskutierten die Kraillinger Gemeinderäte die eingegangenen Stellungsnahmen der Öffentlichkeit zur 9. Änderung des Flächennutzungsplans. Dabei ging es vor allem um Bedenken der Nachbarkommunen Planegg und Germering hinsichtlich des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens. Die Untere Immissionsschutzbehörde im Landratsamt Starnberg geht davon aus, dass der Verkehr durch die geplante Erweiterung in Richtung Germering um 5,8 Prozent und in Richtung Krailling um 6,8 Prozent zunehmen werde. Das Amt bezieht sich dabei auf die Auswertung einer Verkehrszählung des Ingenieursbüros INGEVOST vom November 2006. Bürgermeisterin Christine Borst führte aus, dass die Kommune bereits entsprechende Maßnahmen durchgeführt hat: Zum einen wurde die Vorfahrtregelung im Knotenpunkt Pentenrieder-Fischerfeld- und Sanatoriumsstraße auch durch Umbau der Kreuzung geändert und für den Verkehr über vom KIM zur Germeringer Straße attraktiver gemacht. „Dazu haben wir den Belag der Sanatoriumsstraße erneuert und die Pentenrieder Straße im Ortsbereich Krailling als Innerortsstraße neu gestaltet.“ Seit November gilt hier zusätzlich ein Tempolimit von 30 km/h. „Im Frühjahr 2010 soll eine Verkehrszählung durchgeführt werden und darauf aufbauend eine Neubewertung der Ergebnisse erfolgen.“ Insbesondere die Nachbargemeinde Germering sieht die geplante Erweiterung des Gewerbeparks KIM und die damit verbundene Verkehrsbelastung mit großen Bedenken. In der Debatte darüber erinnerte Gemeinderätin Eleonore Zwißler (CSU) daran, dass „wir den Germeringern seit Jahren wie Sauerbier die Kostenübernahme für eine Anbindung des Gewerbeparks an die Lindauer Autobahn durch Gemeringer Gebiet angeboten haben, was immer abgelehnt wurde“. Bürgermeisterin Borst fasste zusammen, dass die „Nachbarn jetzt offensichtlich gesprächbereiter sind“ und man das Projekt Autobahnanschluss mit der Großen Kreisstadt Germering gemeinsam weiterfolgen werde. Wahrscheinlich mit Erfolg, denn auf Antrag der Stadt Germering sollte zum Beispiel deren Nicht-Einverständnis zur Realisierung einer Entlastungsstraße aus der Begründung Kraillings für die 9. Änderung des Flächennutzungsplans entfernt werden. Da das nachträglich nicht möglich ist, einigte sich er Bauausschuss darauf, eine erläuternde Textpassage in die eigene Stellungnahme aufzunehmen. „Als Zeichen für eine gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit.“ Der Bund Naturschutz in Bayern Kreisgruppe Starnberg brachte in seiner Stellungsnahme zu den Erweiterungspläne des Gewerbegebiets KIM seine Befürchtung zum Ausdruck, dass das Landschaftsschutzgebiet Kreuzlinger Forst „von innen ausgehöhlt“ und mit „immer nur sehr kleinflächigen Erweiterung die ursprünglich von Krailling zugesagte Begrenzung aufgeweicht und letztlich ad absurdum geführt wird“. Krailling begegnet diesem Vorwurf mit dem Hinweis, dass die Regierung das Projekt geprüft habe und aus „landesplanerischer Sicht keine Einwände erhebt“. Borst: „Jede städtebauliche Planung, die auf Veränderung abzielt, löst Interessenskonflikte aus, deren Lösung auch bei sorgfältigster Abwägung nicht allen Betroffenen gefallen können.“ In diesem Zusammenhang erläuterte die Bürgermeisterin, dass als Ausgleich für die notwenige Waldrodung rund 20 Hektar Neuwald auf Germeringer Gemeindegebiet gepflanzt werden. Mit sieben zu zwei Stimmen stimmte der Bauausschuss den Entgegnungen der Verwaltungsbehörde Krailling zu den Stellungnahmen der Öffentlichkeit zur 9. Änderung des Flächennutzungsplans schließlich zu. Als nächstes wird der Gemeinderat darüber - mit Sicherheit positiv - beschließen. Und so kommt die von den Kraillingern gewünschte Erweiterung des Gewerbegebiets KIM zwar langsam aber doch sicher voran.

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