Ausstellung Roland von Rebay

"Ihm fiel immer etwas ins Auge"

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Weßling – „Schreims fei ja nix von meim Geburtstag. Aber nehmens wenigstens a gscheids Foto dazu her“, mahnte Roland von Rebay kurz vor seinem 80. Wiegenfest. Man hätte dem Weßlinger Urgestein weitere 20 Jahre gegönnt. Doch mit 88 verabschiedete er sich im Jahr 2014 für immer.

Anlässlich seines 90. Geburtstages am Donnerstag organisierten seine Witwe Rosmarie Gaspalin von Rebay in Kooperation mit dem Verein „Unser Dorf“ eine Ausstellung im Pfarrstadel. Ein charmanter Haudegen war er, ohne Zweifel, der selbst im hohen Alter nichts von Altersweisheit wissen wollte. „Was ist das?“ fragte er oft. Viel zu schnell seien seiner Meinung nach die Jahrzehnte ins Land gezogen. „Des is scho g‘schert, dass des Lem so kurz ist!“ zitierte ihn bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag Ludwig Ostermayer, Festredner und langjähriger Freund von Roland von Rebay. „Heute freuen wir uns alle, freilich mit einer Portion Wehmut im Herzen, dass Roland mit dieser Ausstellung seiner Bilder noch einmal ganz lebendig wird.“ Auf zwei Stockwerken ist ein Querschnitt seiner Schaffenskraft zu sehen. Da gibt es Aquarelle, Ölbilder, Skizzen und Skulpturen, die zum großen Teil Leihgaben privater Besitzer sind. Es waren aber nicht die Bilder, die den ehemaligen Gemeinderat, Eishockeyspieler, Architekt und Künstler ausmachten, sagte Ostermayer. „Es liegt mir am Herzen, auch ein bisschen zu schildern, was bei Roland gewissermaßen als Nebenprodukte anfiel. Wo er stand und ging, immer fiel ihm etwas ins Auge, aus dem man irgendwie, irgendwann etwas machen konnte. Ein Stein, ein Stück Holz, ein verrostetes Werkzeug. Mit ein paar Farben, gegebenenfalls einem frechen Spruch darauf, fertig war das Gastgeschenk anstelle langweiliger Blumen.“ Er selbst habe eine Sammlung dieser Unikate auf dem Kaminsims liegen, betonte der 90-Jährige. Rückblickend erzählte Ostermayer von diversen Geburtstagsfesten, die in Erinnerung bleiben werden und auch von Menschen, die Roland von Rebay kannten und ihn viele Jahrzehnte lang begleiteten. „Die Jahre sind rasch vergangen. Ich bin mir aber sicher, dass Roland noch für lange Zeit wie ein Denkmal in den Köpfen vieler Weßlinger lebendig bleiben wird.“ Nicht zu vergessen seine enge Beziehung zur sogenannten Baroness von Guggenheim. Roland von Rebays Traum war stets gewesen, die umtriebige Tante aus der Versenkung zu holen. Hilla von Rebay von Ehrenwiesen (1890–1967) nämlich die treibende Kraft für den Bau des Guggenheim-Museums in New York. Nach dem Ableben des Barons von Guggenheim jedoch wurde sie von dessen Nachkommen tot geschwiegen. Der Traum ging in Erfüllung, als man sie quasi vor knapp zehn Jahren aus der Versenkung holte und öffentlich würdige. Dazu war Roland von Rebay nach New York gereist, mit 79 Jahren die Laudation für die Tante auf Englisch zu halten. „Besonders entfaltete sich seine Persönlichkeit allerdings im großen Kreis seiner Freunde und seiner zahlreichen Kinder und Enkelkinder“, betonte Ostermayer. „Eine kaum überschaubare Nachkommenschaft, von denen bereits viele wieder eine wesentliche Rolle in Weßling spielen. Das erfüllte Roland mit besonderem, allerding auch stets mit etwas besorgtem Stolz.“ Die Ausstellung „In memoriam Roland von Rebay ist noch bis kommenden Sonntag, 10. April, zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. pop

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