Mehrere Stoppversuche scheiterten

Autoklau in Starnberg führt zu wilder Verfolgungsjagd, die in Garmisch ihr Ende findet

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Ein Autodieb entwendete in Starnberg ein Auto und lieferte sich mit der Polizei im Anschluss eine Verfolgungsjagd auf der Garmischer Autobahn. Als die Beamten ihn stoppten, widersetzte er sich der Festnahme (Symbolfoto).

Am gestrigen Mittwoch, 02. September, gegen 13.45 Uhr, bemerkte eine 54-jährige Frau aus Berg, als sie in einem Starnberger Lebensmitteldiscountmarkt in der Emslander Straße einkaufte, dass sich ihr Autoschlüssel nicht mehr in ihrer Jackentasche befand. 

Da sie zunächst davon ausging, dass sie ihn eventuell verloren hätte, suchte sie den Markt und den davor befindlichen Parkplatz bis zu ihrem PKW ab. Der Schlüssel blieb jedoch verschwunden. 

Nach einer weiteren Suche im Markt stellte die Bergerin dann fest, dass ihr VW Polo, der zuvor noch gesichtet wurde, plötzlich verschwunden war. Deshalb verständigte sie sofort die Starnberger Polizei, die unverzüglich eine Streife entsandt und gleichzeitig eine Funkfahndung nach dem PKW einleitete.

 Im Fahrzeug befanden sich auch noch der Wohnungsschlüssel und das Handy der Frau, weshalb durch eine weitere Polizeistreife ihr Anwesen aufgesucht wurde, um zu verhindern, dass der Dieb dort eindringen kann, was dieser jedoch nicht versuchte. 

Ortung mit dem Smartphone führt zu Pkw-Lenker

Aufgrund der Tatsache, dass sich das Handy der Bergerin im PKW befand, gelang es ihr, dessen Standort zu ermitteln, woraus sich ein Fluchtweg auf der Garmischer Autobahn Richtung Süden ergab. Aus diesem Grund wurden die Streifen der Verkehrspolizeiinspektion Weilheim sowie der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen über die neuen Erkenntnisse informiert und in die zielgerichtete Fahndung eingebunden. 

Gegen 14.40 Uhr sichtete eine Polizeistreife den entwendeten PKW schließlich auf der Bundesstraße 2, kurz vor Oberau. Anhalteversuche sowohl mit Blaulicht, als auch mit Signalhorn verliefen ohne Erfolg, obwohl der Fahrer deutlich nach hinten sah und das Polizeifahrzeug bemerkt haben musste. 

Auch ein weiterer Anhalteversuch in Oberau, bei dem ein uniformierter Polizeibeamter mit Anhaltekelle vom Straßenrand aus versuchte den Polo zu stoppen brachte nicht den erhofften Erfolg. 

Als schließlich die Sperrung des Farchanter Tunnels veranlasst wurde, bog der Flüchtige von der B 2 ab und fuhr weiter durch Farchant. Eine weitere Polizeistreife, die den Sachverhalt über Funk verfolgte errichtete schließlich südlich von Farchant, unter Mithilfe eines Landwirtes, der freiwillig seinen Traktor auf der Fahrbahn querstellte, eine Straßensperre. In den dadurch entstandenen Stauungen musste der Polo schließlich hinter einem Wohnmobil anhalten, was den beiden hinter ihm fahrenden Polizisten die Chance bot den VW zu blockieren. 

Dieb leistete Widerstand

Den ersten Aufforderungen der Beamten, den versperrten PKW zu öffnen, leistete der Fahrer zunächst keine Folge. Erst als Zwangsmittel angedroht wurden entriegelte er das Fahrzeug und die Fahrertür konnte geöffnet werden. Er wurde anschließend durchsucht, die vorläufige Festnahme erklärt und zur Polizeidienststelle nach Garmisch-Partenkirchen verbracht. Während der gesamten Verfolgung wurden weder verkehrsrechtliche Verstöße, noch Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer festgestellt.

Da der 31-jährige Wohnsitzlose jedoch keine Fahrerlaubnis besaß, muss er sich nun neben des Diebstahls eines PKW auch noch wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis verantworten. Er blieb über Nacht in der Zelle der Polizeiinspektion Garmisch und wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft heute dem Haftrichter vorgeführt. 

Der PKW konnte mittlerweile der rechtmäßigen Besitzerin wieder übergeben werden, Sachschäden entstanden nach ersten Erkenntnissen nicht.

Von Kreisbote

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