Mit einer Reihe von Info-Veranstaltungen will das Straßenbauamt vor allem mit Gerüchten aufräumen

B2-Tunnel: Vertrauen schaffen

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Die Baustelle am Landratsamt ist eingerichtet. Hier wird der südliche Tunnel-Zulauf gebaut, das Straßenbauamt möchte die Münchner Straße stets vierspurig offen halten.

Starnberg – Mit welchen Einschränkungen müssen Starnbergs Geschäftsleute und Unternehmer während der Bauarbeiten für den Tunnel rechnen? Und was kann das Weilheimer Straßenbauamt unternehmen, um die Behinderungen möglichst gering zu halten? Baustellen, Logistikrouten und Auswirkungen wahren zentrale Themen der ersten Info-Veranstaltung für die Starnberger Unternehmerschaft. Vor allem die Verkehrsführung in das Gewerbegebiet zwischen Gautinger- und Petersbrunner Straße erhitzte die Gemüter. Bei regelmäßigen Jour fixe wollen die Straßenbauer gemeinsam mit den Geschäftsleuten nach Lösungen bei Problemen suchen.

Ganz ohne Behinderungen wird es nicht gehen, sagte Uwe Fritsch, der Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, am Ende der zweistündigen Info-Veranstaltung im Hotel Vier Jahreszeiten. Aber: „Geben Sie uns Ihr Feedback“, warb Fritsch für einen Dialog. Rund 120 Gewerbetreibende, Unternehmer und Einzelhändler waren der Einladung der Tunnelbauer gefolgt, um deren Pläne für die nächsten acht Jahre zu erfahren und um die eigenen Bedenken mitzuteilen. Mit organisiert wurde dieses Treffen von der City-Initiative, der Starnberger IHK sowie der Wirtschaftsförderung gwt. „Wir sollten während der Bauzeit vernünftig zusammenarbeiten“, appellierte Gerald Fuchs von der City-Initiative an die Runde im Vier Jahreszeiten. Vor allem der Wegfall der Linksabbiegerspur in die Gautinger Straße sowie von der Gautinger Straße kommend links auf die Münchner Straße beschäftigte die Geschäftsleute. „Die Gautinger Straße ist dann nicht mehr die Hauptzufahrt ins Gewerbegebiet“, betonte Herwig Ludwig, der seit September 2017 Projektmanager für den Tunnelbau ist und zuvor unter anderem Planer bei Stuttgart 21 war. Vielmehr werden sich die Hauptzufahrten von der Tunnelein- und -ausfahrt weg verlagern. Das heißt, dass die Haupterschließung ab 2019/2020 über die Petersbrunner Straße verlaufen wird, die Moosstraße wird von Norden kommend die erste Möglichkeit sein, links abzubiegen. Der Durchstich von der Münchner Straße in die Petersbrunner Straße wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen.

Wer ist zuständig? Die Stadt oder das Straßenbauamt?

In der Diskussion ging es einmal mehr um die Zuständigkeiten, die von Fritsch und Ludwig deutlich skizziert wurden. Dabei ging es um die Schnittstellen, also, wer was baut und wer über was informiert. Das Aufgabengebiet der Straßenbauer endet mit den Einfahrten beispielsweise in die Petersbrunner Straße und die Moosstraße. Ob der Abbiegeflächen großzügig gestaltet werden, ob in der Moosstraße künftig noch geparkt werden darf und ob man private Grundstücke für etwaige Umbauten benötigt, liege in städtischer Hand. Und dieser wurde von Unternehmerseite mangelnde Tätigkeit vorgeworfen, was Vize-Bürgermeister Klaus Rieskamp so nicht stehen lassen wollte. Das zuständige Bauamt wie auch er mit dem Stadtratskollegen Stefan Frey als die beiden Verkehrsreferenten arbeiten in enger Abstimmung mit dem Straßenbauamt zusammen.

Stadtferne Baustellenzufahrten 

Auch mit dem oft zitierten achtjährigen Verkehrschaos, auf das Starnberg zusteuere, räumten Fritsch und Ludwig an dem Infoabend auf. Etwa 90 Prozent des Baustellenverkehrs werde um die Innenstadt herumgeführt, neben dem Baulager am Landratsamt werde ein zweites bei der Franz-Heidinger-Straße und der Weilheimer Straße eingerichtet. Dort wird laut den beiden auch die Tunnelbohrmaschine zusammengebaut, und auch dort beginnen die Bohrungen. Zur Beweissicherung, ein weiteres Thema an diesem Abend, werden alle Gebäude im Baustellenbereich – die Kellerböden können zwischen sechs und 45 Meter nahe am Bohrloch liegen – von einem unabhängigen Gutachter zuerst begutachtet und während der Bauzeit mehrfach auf etwaige Schäden untersucht. Wer sich um seine Umsätze sorgt, etwa weil die Kundschaft ausbleibt, findet auch hier Unterstützung: Eine Checkliste der IHK regelt mögliche Ansprüche, die jedoch immer im Einzelnen geprüft werden. Um Vertrauen zu schaffen, aufzuklären, was es mit der Baustelle und dem Drumherum auf sich hat und um die Sorgen der Starnberger zu erfahren, haben die Leiter Fritsch und Projektmanager Infobroschüren drucken und verteilen lassen, laden zur regelmäßigen Informationsabenden ein und bieten jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr am Landratsamt im Info-Center Sprechstunden an. „Wir sind aber auch so immer ansprechbar, auch außerhalb irgendwelcher Veranstaltungen und Zeiten“, verspricht Ludwig.

po

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