Bahnhof Gilching: Doch kein durchgängiger barrierefreier Zugang

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Gilching – Einmal mehr hat sich gezeigt, was Bürger durch Proteste verhindern können: Weil sich Anwohner des Herrschinger Weges in Gilching gestört fühlen, wird es östlich des Bahnhofes entgegen der ursprünglichen Planung nun keinen barrierefreien Zugang geben.

Seit gut zwei Jahren kämpft die Gemeinde Gilching in Kooperation vieler Bürger, die nicht mehr gut zu Fuß sind, um einen barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofes Gilching-Argelsried. Mehr noch versuchte die Kommune Druck auf die Bahn auszuüben, seit in direkter Nachbarschaft zum Bahnhof im Betreuten Wohnen und im BRK-Pflegeheim rund 160 Menschen wohnen. Im Sommer 2015 dann der erste Lichtblick: Die Deutsche Bahn teilte der Gemeinde mit, dass der Ausbau im so genannten „Bayern Paket 2013 bis 2018“ berücksichtigt wurde und eine Realisierung der Barrierefreiheit für 2018 vorgesehen ist. Das Planfeststellungsverfahren, für das die Regierung von Oberbayern zuständig ist, wurde eingeleitet; die Pläne lagen im Zeitraum vom 16. Februar bis 17. März dieses Jahres im Rathaus zur Einsicht aus. „Seither haben wir trotz mehrmaligem Nachfragen nichts mehr gehört“, bedauert Gilchings Bauamtsleiter Max Huber. Auf Nachfrage erklärte Corinna Korn, Sprecherin der Regierung von Oberbayern, dass vor der Auslegung bereits am 24. Januar mit der Anhörung bei den vom Vorhaben betroffenen Gemeinden begonnen wurde. „Einwendungen konnten direkt bei der Gemeinde beziehungsweise bei der Regierung von Oberbayern erhoben werden.“ Es seien keine wesentlichen „Dissenspunkte“ erkennbar gewesen. „Allerdings hat die Vorhabenträgerin auf die Errichtung eines Aufzuges und eines neuen Treppenaufgangs am östlichen Ausgang der Personenunterführung Herrschinger Weg verzichtet. Die Planunterlagen werden dementsprechende modifiziert.“ Inwieweit der Lift im Rahmen des barrierefreien Ausbaus auf Seite des Bahnhofsplatzes berücksichtigt wird, steht noch nicht fest. Bauamtsleiter Max Huber weiß, dass es massive Probleme seitens der Anwohner des Herrschinger Weges wegen des barrierefreien Zugangs gegeben hat. „Inwieweit dies aber berücksichtigt wurde, war mir bis jetzt nicht klar. Es ist wirklich schade, dass so verhindert werden konnte, dass Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen auch künftig einen barrierefreien Zugang auf der östlichen Seite haben und einen weiten Umweg in Kauf nehmen müssen.“ Ursprünglich war seitens der Bahn ein breiter Treppenaufgang plus Lift geplant. Eine neue Auslegung wird es nicht mehr geben, weiß Huber. „Die Bahn ändert jetzt die Pläne, danach wird der Planfeststellungsbeschluss gefasst. Ich denke schon, dass im Frühjahr wie versprochen mit der Umsetzung des Barrierefreien Ausbaus begonnen wird.“ Bei der Baugenossenschaft Gilching, zuständig für Wohnungen am Herrschinger Weg, ist der zuständige Mitarbeiter erst wieder am Montag erreichbar. pop

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