Bahnhof Herrsching: Rauchschwalben sollen endgültig in die Nistkästen ziehen

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Herrsching – Im vergangenen Jahr nisteten die Rauchschwalben in dem extra für sie gezimmerten Ausweichquartier auf dem Bahnsteig – und fünf Vogelpärchen entschieden sich heuer, ihr Nest wieder in der frisch gestrichenen und gesäuberten Verbindungshalle des denkmalgeschützten Bahnhofs zu bauen.

Dort machen jetzt einen rechten Dreck, berichtete Herrschings Bürgermeister Christian Schiller an der jüngsten Sitzung. Damit die Nestbauer in Zukunft wieder auf das Schwalbenhaus ausweichen, sollen die drei noch offenen Torbögen auf der Westseite mit verglast werden. Das verhindere gleichzeitig die Verschmutzung durch Wind und Sturm, erklärte der Rathauschef. Mit der Umsetzung beauftragt ist das Planungsbüro „Raumstation Architekten“, dessen Architekt Tim Sittmann-Haury dem Bauausschuss vier verschiedene Varianten vorstellte. Ganz ohne Diskussionen entschied sich das Gremium einstimmig für die Variante, die bereits das zuständige Amt für Denkmalpflege für gut befunden hatte. Diskussionen gab es dann trotzdem, schließlich hat die Gemeinde mit dem Bahnhofsgebäude viel vor. Allerdings erst, „nachdem die Umwidmung abgeschlossen ist“, gab Schiller zu bedenken. Und die Umwidmung liegt momentan in Händen des Eisenbahnbundesamtes, erinnerte der Rathauschef. Er sprach von bis zu 15 Jahren, bis die erste Maßnahme etwa zur Gestaltung eines Veranstaltungsraumes umgesetzt werden könnte. 

15 Jahre wollte Wilhelm Welte (CSU) aber auf die behindertengerechte Alternative zum Kurparkschlösschen nicht warten. Er schloss sich seinem Parteikollegen Klaus Pittrich an, in einem ersten Schritt die Verglasung zu isolieren und gleich so zu bauen, dass sie später nicht im Zuge der Umgestaltung wieder weggerissen werden muss. Immerhin stellte der Architekt für jeden verglasten Bogen 17.200 Euro in den Raum. In Anbetracht der langwierigen Umwidmung, entschieden sich die Räte schließlich doch für ein Provisorium. Um Kosten zu sparen wird die angrenzende und vor einigen Jahren gebaute Fensterfront zum Verkaufsraum nicht – wie vorgeschlagen – weggerissen und neu gemacht wird, sondern nur die offenen drei Bögen mit einheitlichen Glaselementen versehen. Isoliert wird die einfache Sicherheitsverglasung auch nicht und lediglich eine statt drei selbstschließenden Türen eingebaut. Bevor die Arbeiten beginnen können, muss das Amt für Denkmalpflege das Vorhaben nun genehmigen und die Rauchschwalben ausgezogen sein. Im kommenden Jahr werden die vom Aussterben bedrohten Vögel die „in Deutschland einzige funktionierende“ Nistalternative wieder nutzen, hofft Schiller. mk

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