Rauchschwalben-Umsiedlung

Vom Bahnhof in neues Zuhause

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Herrsching – Ein erster Erfolg ist zu verbuchen: Drei Nester mit 13 Vogeljungen wurden aus dem Herrschinger Bahnhof in das eigens für die Umsiedlung gebaute Rauchschwalbenhaus transportiert.

Keines der Nester wurde während des Umzugs verlassen und jeweils beide Elternpaare haben in gewohnter Weise weiter gefüttert. Dies ist insofern erfreulich, als das 2014 die Umsiedlung gescheitert war. „Es war ein schlechtes Schwalbenjahr“, erklärte Herbert Biebach, Ornithologe und ehemaliger Grünen-Gemeinderat auf der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag. Nun scheint das Schwalbenprojekt zu fruchten. Anfang April wurden im Bahnhofsgebäude zwölf Transportbretter mit Kunstnestern an den Stellen der letztjährigen Nester befestigt. Wenige Wochen später zogen dann die ersten Schwalben ein. Drei bewohnte Kunstnester konnten schließlich mithilfe zweier höhenverstellbarer Transportbretter in das wenige Meter entfernte Schwalbenhaus umgesiedelt werden. Dass die geschützten Vögel jedoch nicht leicht zu überlisten sind, zeigte der Fall eines Rauchschwalbenpärchens, das, nach erfolgreicher Umsiedlung, für seine zweite Brut wieder an seine ursprüngliche Brutstätte im Bahnhofsgebäude zurückgekehrt ist und sein eigenes Lehmnest gebaut hat. „Das Schwalbenhaus muss als Brutstätte attraktiver als der Bahnhof werden“, betonte Biebach. Dafür sollen nun im Bahnhofsgebäude dichtere Netze den Zugang zum Dachstuhl verwehren und glatte Platten an potentiellen Brutplätzen errichtet werden. Die Umsiedlung in das Schwalbenhaus kann endgültig als erfolgreich gelten, wenn die im Frühjahr zurückkehrenden Vögel das Schwalbenhaus als Brutplatz wählen. Biebach rechnet mit drei bis vier Heimkehrern. Diese Zahl sei nicht höher, da nur etwa die Hälfte der ausgeflogenen Jungen, bevorzugt die Weibchen, zurückkämen und die Mortalität im ersten Lebensjahr relativ hoch sei. Die Weiterführung des aufwändigen Schwalbenprojektes im nächsten Jahr wurde in der Gemeinderatssitzung am Montag einstimmig beschlossen. 12.000 Euro wurden dem Vorhaben, das auch von der Naturschutzbehörde der Regie- rung von Oberbayern unterstützt wird, durch das Gremium zugesagt. Bürgermeister Christian Schiller hofft nun, dass das Bahnhofsgebäude bald in einen sauberen Zustand gebracht werden kann. Carolin Dameris

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