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Bahnhof See verwandelt sich zur Starnberger Partymeile

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Straßenfest
Die Stadt Starnberg plant am Bahnhof See ein mehrmonatiges Straßenfest für alle Bürger. © Panthermedia/OlafNaami

Starnberg - Beim Projekt „See and the City“, das mit einer Auftaktveranstaltung am Bahnhofplatz am 14.Mai eingeläutet werden soll, sind noch einige Details in der Schwebe – man merkte das bei der jüngsten Stadtratssitzung daran, dass der Sachstand mündlich vorgetragen wurde und Sitzungsunterlagen zu diesem Tages-ordnungspunkt fehlten. Fest steht immerhin, dass hier die Idee erprobt werden soll, den Bereich am Bahnhof verkehrlich „neu zu ordnen“, oder wie Bürgermeister Patrick Janik es formulierte: „Es soll ein einziges mehrmonatiges Straßenfest werden“.

Die Stadtverwaltung arbeitet jedenfalls laut eigener Aussage mit „externen Fachberatern“ mit Hochdruck daran, aus der Bahnhofs-meile während dieser Zeit einen Bereich mit weniger Auto-Dominanz und mehr Aufenthaltsqualität zu machen: So soll etwa zwischen Kaiser-Wilhelm-Straße und dem Vorplatz des „Bayerischen Hof“ Tempo 20 angeordnet und eine Querungshilfe für Fußgänger in Höhe des Rondells eingerichtet werden – späterer (dauerhafter) Zebra-streifen nicht ausgeschlossen. „Wir mussten feststellen, dass sich sehr viele Flächen leider nicht im Eigentum der Stadt befinden“, sagte die zuständige Projektbetreuerin der Stadt am Montag im Plenum. Für etliche Flächen im Bahnhofsstraßen-Bereich, die man gerne gestalterisch einbeziehen würde (vorübergehende Wegnahme von Parkplätzen für mehr Fußgängerraum), muss man sich deshalb kreative Lösungen einfallen lassen: Angestammte Stellflächen vor dem „Hotel Seehof“ etwa werden kompensiert durch zugewiesene Ersatzparkplätze im nahen Park & Ride-Areal. Auch eine „aktive Mitgliedergruppe bringt laut Verwaltung ihre Ideen ein, sie war aus der Bürgerbeteiligung am 26.Januar hervorgegangen.

Die „Neugestaltung“ des Bahnhofsbereichs sieht u.a. Pflanzkübel vor, die den öffentlichen (Verkehrs-)raum sichtbar für die Fußgänger abgrenzt. Drei Kübel-Varianten seien bei örtlichen Gärtnereien schon bestellt  worden, davon eine sogar in der Form einer „Sitzgelegenheit“. Gewisse Probleme bereitet die Frage, wohin man bei dieser neuen Priorisierung der Bahnhofsmeile mit den Bussen und den Haltestellen des ÖPNV soll – die bestehenden Haltestellen nahe der Einmündung zur Kaiser-Wilhelm-Straße dürften unangetastet bleiben, doch der Plan, eigene Haltepunkte für den Schienenersatz-verkehr gegenüber dem Rondell einzurichten, stieß im Stadtrat auf Kritik. „Das Ganze entzerren“, forderte BMS-Stadtrat Josef Pfister.
Auch mit dem Einbezug der Gastronomie in die Philosophie eines Straßenfests ist es offenbar nicht ganz so einfach wie erhofft: Momentan habe zum Beispiel das „Gallo Nero“ keine ausreichenden Kapazitäten, „um zusätzliche Flächen zu bespielen“, wusste die 2.Bürgermeisterin und Sitzungsleiterin Angelika Kammerl zu berichten. Ganz pragmatisch meinte Kammerl zum Projekt Bahnhofs-platzneugestaltung: „Probleme sind so sicher wie das Amen in der Kirche, aber man muss das dann auch mal aushalten können, wenn man einen bestimmten Effekt will!“

Am 14.Mai soll jedenfalls am Bahnhofplatz der Startschuss fallen, mit einer werbenden Veranstaltung zur Städtebauförderung, wobei auch die Regierung von Oberbayern bereits Fördermittel in Aussicht gestellt hat: Langfristig will die Stadt nämlich den gesamten Bereich samt „Bayerischem Hof“-Areal, Rondell und Villa Beyerlein (VHS-Gebäude) ohnehin neu definieren, und nach der Herabstufung der Possenhofener Straße (von Staatsstraße zu Ortsstraße) wird eine vom motorisierten Verkehr weitgehend befreite Zone am See angepeilt. Im Zuge des „Probelaufs“ für solche Konzepte soll es am Rondell bereits in diesem Frühjahr einen ersten Flohmarkt geben, die Theresienstraße bekommt dann ab Achheimstraße eine temporäre Einbahnregelung, und für diverse Veranstaltungen wie das Stadtfest (26.Juni auf dem Kirchplatz) und die „Nacht der langen Tafel“ (16.Juli, 18 bis 24 Uhr) und auch die privat organisierte „Französische Woche“ (Regie: Oliver Lutz) soll es auch wieder eine entsprechende Sperrung von Wittelsbacher- bzw. Maximilianstraße geben.

Thomas Lochte

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