Bahnhof, Verkehr und LEP

Nein, zwischen Erotikmesse und Handwerkermarkt wollte man die Bürgerversammlung nicht ankündigen, entschuldigte Bürgermeister Michael Muther das Fehlen von Plakaten. Bürger hatten moniert, dass die Bürgerversammlung zu wenig bekannt gemacht worden sei. Da die Gemeinde jedoch gegen wildes Plakatieren vorgehen will, müsse man als gutes Beispiel vorangehen, sagte Muther. „Wir sind gerade dabei, eine eigene Satzung zu erstellen. Im nächsten Jahr gibt es dann einheitliche Infotafeln, auf denen auch gemeindliche Veranstaltungen angekündigt werden.“

Die rund 80 Zuhörer im Pfarrstadel in Weßling zeigten sich am Montag relativ zufrieden mit der neuen Amtsführung. Anlass zur Kritik gab, wie schon in den Vorjahren, die Zunahme des Verkehrs, der Stillstand im Verfahren Umgehungsstraße und die unbefriedigende Situation am Bahnhof, unter anderem das Fehlen eines behindertengerechten Zugangs. Außerdem monierte Siegfried Kistler, dass sich die Gemeinde im Kreistag zu wenig für den Naturpark Fünfseenland stark macht. Das Projekt sei Bestandteil des Weßlinger Leitbilds und es gibt einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss, die Themen umzusetzen, mahnte Kistler. Mit seinem Antrag, den Naturpark besser zu vertreten, rannte er offene Türen ein. „Selbstverständlich halten wir uns ans Leitbild“, sagte Muther und versprach, im neuen Jahr wieder mehr Schwung in die Themen zu bringen. Zum Dauerbrenner Flughafen informierte Rechtsanwalt Joachim Krauß. Er betonte, dass vor Gericht in Punkto Landesentwicklungsprogramm (LEP) elf Klagen anhängig sind. Diese Behandlung aber bis zu einer Entscheidung im Landtag zurück gestellt wurde. Sollte die neue Koalition CSU/FDP den strittigen Passus in Bezug auf Geschäftsflieger im LEP nicht streichen, wird der Verwaltungsgerichtshof entscheiden müssen. Im Fall der Klagen gegen den Genehmigungsbescheid, wonach der Geschäftsreiseflugverkehr zugelassen ist, beziehungsweise der Eilanträge, den Genehmigungsbeschluss außer Kraft zu setzen, schloss Krauss nicht aus, dass noch gut ein halbes Jahr ins Land gehen wird, bevor sich etwas tut. „Wir sind gut beraten, etwas Geduld zu üben. Zumindest so lange, wie sich der Flugverkehr im Rahmen hält.“ Grundsätzlich könnte die EDMO seit 1. Juli den Genehmigungsbescheid umsetzen und den Geschäftsreiseflugverkehr aufnehmen. Zu den Finanzen sagte Muther, dass die Gemeinde mit rund 376.000 Euro verschuldet ist. Macht pro Kopf 73,23 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 759 Euro.

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