Bajorat löst Dehnert ab

Der SPD-Ortsverein hat eine neue Führung: Nach nicht einmal vier Monaten im Amt haben der bisherige Vorsitzende Michael Dehnert sowie der Kassier Uwe Pflüger ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Der neue Mann an der Spitze der Herrschinger Genossen heißt Michael Bajorat, der bislang als Pressesprecher fungierte. Seine Schwerpunkte liegen neben so praktischen kommunalpolitischen Themen wie ein fahrradfreundlicheres Herrsching oder der Umgestaltung des Bahnhofareals auch im Diskurs mit der Basis, etwa zu den Grundwerten einer Gesellschaft oder zur Ethik in der Wirtschaft.

Die Neuwahl des Vorstands wurde nötig, weil der erst im Oktober vergangenen Jahres gewählte Michael Dehnert überraschend zurückgetreten war. Als Grund nannte er unterschiedliche Vorstellungen über die Schwerpunkte der Ortsvereinsarbeit. Konkret: Dehnert wollte sich mit der Kommunalpolitik beschäftigen und hatte mit bundespolitischen Themen eher weniger am Hut. Zur Kontroverse im Ortsverein kam es auch wegen einer unterschiedlicher Ansichten zum Umgang mit der Linkspartei. Den Schritt Dehnerts könne laut Bajorat kaum einer so richtig nachvollziehen. „Er bleibt uns und somit seine kommunalpolitische Kompetenz aber erhalten“, freut der frischgebackene Vorsitzende dennoch. Mit Dehnert wechselte auch der Kassier der Partei. Auf Uwe Pflügler, der persönliche Gründe für seinen Amtsverzicht nannte, folgt Heinz Hoffmanssbeck. Bajorat möchte wieder mehr mit der Basis um „Grundsätzliches“ diskutieren. Die kommunalpolitische Arbeit werde unter seiner Regie freilich nicht zu kurz kommen, betont er, doch dafür sieht er mehr die Gemeinderatsfraktion in der Pflicht, die mit Werner Odemer, dem Dritten Bürgermeister, gut aufgestellt sei. „Heute hat die Politik keine Vorstellung mehr, wohin die Gesellschaft gehen soll“, sagt er. „Wie wollen wir miteinander umgehen? Welche Werte sind uns wichtig?“ fragt er. Antworten wünscht sich der 50-jährige Fachtherapeut für Psychotherapie nicht nur von den SPD-Mitgliedern. Jeder soll sich einbringen können, stellt er sich vor. Die Schwerpunkte möglicher Debatten will außerdem nicht er selbst entscheiden, sondern „soll von den Mitgliedern und der Öffentlichkeit kommen“. Weiter möchte sich Bajorat mit der Geschichte des Ortsvereins beschäftigen. „Wir wissen gar nicht wie lange es uns schon gibt“, sagt er. Darüber hinaus organisiert er Veranstaltungen zur Einführung des Frauenwahlrechts vor 90 Jahren und zur Finanz- und Wirtschaftkrise. An die Adresse der Frauen in der Gemeinde richtet er auch den Appell, sich aktiver am politischen Leben zu beteiligen. Und die Mitgliederzahlen hat er ebenfalls im Blick: „In den 1980er Jahren hatten wir einmal über 100 Mitglieder, heute sind es nur noch 52.“ Keine Probleme hat Bajorat damit, politische Stellungnahmen des Ortsvereins über die Landkreisgrenze hinaus zu vertreten „auch wenn das nicht meine persönliche Meinung ist“. Zu seiner Kandidatur sagte er vorneweg, „ganz vorne dranzustehen war bisher nicht so mein Ding“. Er habe sich bislang immer als „Mann für die zweite Reihe gesehen“. Übrigens: Die nächste turnusmäßige Vorstandswahl gibt es bereits in acht Monaten wieder: Im Oktober.

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