Von Ghana nach Gauting: "Öko & Fair" ist auf Bambus unterwegs

Das faire Fahrrad

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Unterwegs auf dem Bambusradl: Christiane Lüst von Öko und Fair in Gauting und Christian Penke vom Kieler Startup my Boo.

Gauting – Ein Fahrrad aus Bambus? Die Kieler Firma my Boo bezieht die Bambusrahmen aus Ghana, in der eigenen Werkstatt werden diese dann zu hochwertigen Alltagsrädern fertig montiert. Christiane Lüst von Öko & Fair in Gauting hat sich jetzt ein Dienst-Bambus-Rad zugelegt.

Nicht ohne Stolz erzählt Christian Penke von my Boo, dass durch den Verkauf der Fahrradrahmen das Projekt in Ghana mittlerweile spendenunabhängig arbeiten kann. Zwischen 70 und 80 Stunden benötigt ein Mitarbeiter für einen Rahmen. Bambus zählt zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen und bindet überdurchschnittlich viel Co2. Mit dem Projekt, das vor vier Jahren von dem Social Startup in Kiel ins Leben gerufen wurde, konnten in Ghana, einem Land mit extremer Jugendarbeitslosigkeit, über 30 Arbeitsplätze geschaffen werden. Heute werden vor Ort Schulstipendien aus den Einnahmen finanziert, ebenso Mikrokredite an Frauen. „Die Geschichte, wo das Fahrrad herkommt, fährt immer mit“, erzählt Christian Penke von my Boo

Sozial nachhaltiges Bewusstsein

Der Einsatz von Bambus schone nicht nur die Umwelt, sondern eigne sich auch perfekt für den Bau von Fahrradrahmen. Wenn die Bambusrahmen aus Ghana den Hafen von Kiel erreichen – heute sind es bereits über 600 im Jahr für den europäischen Markt – werden die Verbindungen zwischen den Rohren aus Hanffasern und Harz abgeschliffen und – je nach Kundenwunsch – die Ausstattung, also Sattel, Schaltung, Räder, Lenker und die Bremsen montiert. Gut 16 Kilogramm wiegt so ein Rad – etwas leichter als ein herkömmliches Alufahrrad – und kostet zwischen 1.500 und 2.800 Euro (E-Bike 4.000 Euro). Die Kundschaft setzt sich laut Penke aus Alltagsradler mit einem Bezug zu Afrika und sozial nachhaltigem Bewusstsein zusammen. Gekauft wird das Bambusrad vornehmlich im Speckgürtel der Metropolen. Im Landkreis Starnberg gibt es bislang zwei Händler, die das my Boo-Fahrrad vertreiben. Einer ist in Starnberg zu finden, der zweite in Stockdorf. 

Christiane Lüst hat bei einem Berlin-Besuch das Bambusfahrrad zum ersten Mal gesehen und war sofort begeistert: „Ein Fair-Trade-Rad, das passt gut zu uns.“ Wer Interesse hat, kann bei Öko & Fair auf dem Bambusrad eine Runde drehen. Infos gibt‘s auch unter www.my-boo.de. 

Von Oliver Puls

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