Neues aus dem Starnberger Gerichtssaal

Bankbesuch in Starnberg endete mit Polizeieinsatz - Designerin wird für ihr Verhalten zur Kasse gebeten

Justitia
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Eine Modedesignerin aus München musste sich kürzlich vor dem Starnberger Amtsgericht wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung gegen einen Polizeibeamten verantworten

Starnberg - Ein simpler Besuch bei ihrer Starnberger Hausbank wurde für eine Münchner Modedesignerin Mitte September 2018 zum Fiasko. Dieser Tage musste sich die zierliche Frau wegen Hausfriedensbruch und vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

In den Vormittagsstunden suchte die Angeklagte den Bankschalter auf. „Sie kam in die Filiale und wollte eine Auszahlung. Ihr Konto war jedoch bereits gelöscht. Sie hat Theater gemacht“, so der Bankkaufmann (53) im Zeugenstand. Da bereits ein Hausverbot gegen die Angeklagte bestanden habe, forderte der 53-Jährige die unbequeme Kundin erneut zum Verlassen der Filiale auf. „Das Hausverbot bestand schon seit einigen Monaten. Es gab schon vorher einige Vorfälle“, erklärte der Bankmitarbeiter, der Mitte September 2018 die Polizei hinzurief, um der Situation Herr zu werden. 

Die Angeklagte äußerte sich zu Beginn der Verhandlung nicht zu den Vorfällen, fiel dem Zeugen im Zuge seiner Aussage jedoch immer wieder ins Wort. Richterin Christine Conrad ordnete schließlich die Verhängung eines Ordnungsgeldes an, um die echauffierte 46-Jährige einzubremsen. 

Als die Polizei bei der Bankfiliale eintraf, kam es erneut zu unangenehmen Zwischenfällen. Im Zeugenstand schilderte der Polizist, dass die Angeklagte die Angabe ihrer Personalien verweigert habe. „Sie wollte nicht mit zur Dienststelle, ist weggegangen und wir sind hinterher.“ Schlussendlich sah sich der kräftige 26-jährige Beamte dazu veranlasst, die Identitätsfeststellung zu erzwingen, indem er die Frau zu Boden brachte. Als der Mann auf dem Kopf der schlanken Frau saß, habe ihn diese mit den Zähnen in Daumen und Knie gezwickt. Verletzt wurde der Polizist dabei nicht. Lediglich beim zu Boden bringen der 46-Jährigen habe er sich die Schulter geprellt. 

Eine Frage zur Verhältnismäßigkeit konnte sich Richterin Christine Conrad nicht verkneifen: „Zu Boden bringen nur wegen der Personalien ?“ Zum Nachdenken regte auch die Frage an, die die Angeklagte der jungen Kollegin (22) des Polizistin stellte: „Haben Sie gehört, dass Ihr Kollege gesagt hat, dass – wenn ich meinen Hund nicht zurücknehme – er ihn erschießen würde ?“

Zu den Tatvorwürfen äußerte die arbeitslose Münchnerin schließlich: „Ich habe ihn nicht gebissen. Ich weiß genau, dass ich es nicht getan habe.“ Vielmehr sei sie selber sehr heftig zu Boden gebracht worden: „Ich habe gesagt, das tut mir weh. Er hat gesagt, das soll es auch.“ Um die spürbare Geldstrafe von 110 Tagessätzen à 15 Euro kam die vorbestrafte Angeklagte dennoch nicht herum. „Querulantisches Verhalten auch im Gerichtssaal. Einen Polizeibeamten im Dienst zu verletzen, ist schon eine ziemliche Nummer“, so die Amtsrichterin unmittelbar nach der Urteilsverkündung.

Nilda Frangos

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