Pro Bannwald gegründet: "Nein, Danke zum Mega-Gewerbegebiet"

"Wir wollen agieren, bevor es zu spät ist"

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Kämpfen für den Erhalt des Bannwaldes auf Gautinger Flur. Von links Ulrich Ellwanger, Dieter Jung, Rudolf Ulrich, Werner Deiglmayr, Christian Winklmeier und Bernhard Feilzer.

Gilching – Gleichwohl Gilchings Bürgermeister Manfred Walter mehrmals betonte, dass eine Stellungnahme zum geplanten Gewerbegebiet auf Gautinger Flur erst nach Eröffnung des Verfahrens möglich ist, haben Christian Winklmeier (SPD) und Mitstreiter bereits das Kampfschwert gezogen. „Pro Bannwald“ nennt sich das Bündnis aus acht Gruppierungen.

Es habe nichts mit Wahlkampf zu tun, betonte Winklmeier. Denn bereits vor einem Jahr habe er schon Kritik an dem geplanten „mega-großen“ Gewerbegebiet angrenzend an das Gilching SÜD geübt. Der Verdacht eines beginnenden Wahlkampfes drängte sich auf, war doch zeitgleich mit der Gründung des Aktionsbündnisses in der vergangenen Woche auch bekannt geworden, dass der 26-jährige Jungpolitiker, der kürzlich engagierten Wahlkampf für den Bundestag betrieb, voraussichtlich ab nächsten Jahr als SPD-Spitzenkandidat für Fürstenfeldbruck und Landsberg in den Landtag einziehen will. Dem Aktionsbündnis gehören außer Winklmeier noch „Die Linke“, „Bündnis 90/Die Grünen“, BfG, Ödp, Öko & Fair, der Fluglärm e.V. und die Evangelische Kirche an. Bei der Vorstellung der Gruppierung im Restaurant Croatia waren Bernhard Feilzer (Die Linke), Rudolf Ulrich und Dieter Jung (Fluglärm), Werner Deiglmayr (Grüne) und Ulrich Ellwanger (ödp) vertreten. „Wir wollen agieren, bevor es zu spät ist“, sagte Ulrich. Er habe zwar in Gesprächen mit den übergeordneten Behörden stets die Auskunft erhalten, die Planungshoheit liege ausschließlich bei der Kommune, dennoch „sehen wir Möglichkeiten, dem ganzen Einhalt zu gebieten“. Ulrich drohte zudem an, sollte es bei den vorgesehenen Planungen bleiben, als anerkannter Umwelt-Verband vor Gericht zu ziehen.

egebiet, das, wie mehrmals berichtet, im Unterbrunner Holz entstehen soll. Innerhalb eines Radius von 75 Hektar Bannwald sind „drei Inseln im Grünen“ vorgesehen, die Nutzfläche gibt die Gemeinde Gauting mit 21,3 Hektar an. Weitere 48 Hektar seien für Grün- und Ausgleichsflächen vorgehalten. Dem Frieden jedoch traut das Bündnis nicht. „Das Ganze ist eine Augenwischerei, auf Dauer bleibt es nicht bei der Erhaltung des Waldes“, monierte Ulrich. Er verwies darauf, dass auf dem Flughafengelände seiner Berechnung nach 36 Hektar auf Gautinger Flur liegen, die für Gewerbe genutzt werden könnten. Zwar gibt es laut Planfeststellungsbeschluss (unter www.oberpfaffenhofen.de abrufbar) aus dem Jahre 2004 die Auflage, dass sich nur flugaffines Gewerbe ansiedeln darf. „Doch das kann man ja ändern“, sagte Ulrich. Winklmeier fordert nun den „Erhalt unseres Naherholungsgebietes“ und zudem, dass „Gauting seine Planung gründlich überdenkt“ und der Starnberger Kreistag die Herausnahme aus dem Landschaftsschutz ablehnt.

Zu einer Info-Veranstaltung lädt das Bündnis am Mittwoch, 29. November, um 19.30 Uhr in die Gaststätte Geisenbrunn ein. Einen Videoclip zum Thema gibt es bereits unter https://www.youtube.com/watch?v=_769EPKIs6M.

Von Polly Polster 

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