Barrierefreier Bahnhof

Länger, höher und barrierefrei

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Während die Bauarbeiten am Herrschinger Bahnhof vorangehen, rollen die Züge planmäßig ein und aus: (v.l.) Guido Finster (Bauamtsleiter), Josef Salcher (Bauhofleiter), Bürgermeister Christian Schiller, Daniela Miller (Projektleiterin DB), Heiko Hamann (Geschäftsleiter DB Station & Service AG München) und Axel Eckel (Straßenbaumeister).

Herrsching – Wollen Menschen mit Gehbehinderungen in Herrsching die S-Bahn benützen, scheiteren sie bislang unter Umständen an den 20 Zentimetern, die sie von der Bahnsteigkante in den Zug überwinden müssen. Sukzessive werden in ganz Bayern seit 2001 S-Bahn-Stationen und Bahnhöfe behindertengerecht umgebaut.

Im März haben auch in Herrsching die Bauarbeiten begonnen. „Nach dem Umbau wird die Herrschinger Station nicht nur behindertengerecht sein, sondern in einem ganz neuen Licht erstrahlen“, verspricht Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofsmanagements München der DB Station & Service AG. Treppab, treppauf gräbt sich eine Unterführung unter den Gleisen Richtung Ammersee durch. Sehbehinderte werden sich schwer tun, sicher über den Bahnsteig zu kommen. Außerdem liegen zwischen Wagon und Bahnsteig besagte 20 Zentimeter. Was viele ohne groß darüber nachzudenken Tag für Tag ganz nebenbei begehen, kann für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine unbezwingbare Barriere werden. Ab Mai 2014 soll sich das ändern. Danach steigen die Passagiere vom erhöhten Bahnsteig aus ebenerdig in den Zug, können sich Sehbehinderte mit dem Stock an den sogenannten taktile Leitstreifen orientieren und die Unterführung ist durch einen stufenlosen Bahnsteigzugang mit einer Rampe zum See ersetzt. 1903 gebaut ist die Endstation der S8 (ehemals S5) in vielerlei Hinsicht nicht mehr auf dem neuesten Stand. So können momentan auf Gleis 1 keine dreiteiligen Züge einfahren, weil der Bahnsteig mit 170 Meter Länge zu kurz ist. Auf 210 Meter verlängert werden die Reisenden in Zukunft dort – unter einem rund 60 Meter langen Glasüberdachung vor Regen geschützt – in kurze und lange Züge einsteigen. Nicht barrierefrei ist die Unterführung am Bahnsteigende Richtung München, durch welche Schüler und Park and Ride-Nutzer an den See gelangen können. „Der Fahrplan wird auch während der Arbeiten eingehalten“, so Hamann. Fünf Millionen Euro steckt der Freistaat Bayern in den Ausbau – und wenn alles fertig ist, geht es für die Gemeinde erst los. Drei weitere Fahrradständer und die dritte Parkzeile der Park and Ride-Anlage kommen hinzu. Insgesamt 320 Fahrräder und 180 Stellplätze stehen danach den Nutzern zur Verfügung. Nachdem die Gleise alle auf Höhe der ehemaligen Unterführung enden, wird der südliche Bereich frei. Nach der Entwidmung, also der Übertragung des Bahnhofgebäudes an die Gemeinde, ist ein öffentlicher Platz geplant. „Vielleicht für den Samstags-Markt und kleine kulturelle Darbietungen“, malt sich Bürger- meister Christian Schiller schon einmal die Zukunft aus.M. Kirner

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