Neues aus dem Starnberger Amtsgericht

Bauarbeiten nicht durchgeführt - Münchner Unternehmer wegen Betrugs angeklagt

Gericht
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Ein 46-jähriger Münchner musste sich wegen Betrugs unlängst vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Berg - Die Trockenbauarbeiten in einem Berger Anwesen standen Mitte Oktober 2018 unter keinem guten Stern. Zunächst bot sich ein Münchner Kaufmann für den Innenausbau des Wohnhauses an und kassierte entsprechende Gelder. Die Ausführung der Arbeiten fand zum Ärger des Berger Auftraggebers jedoch nicht vollständig statt. Zwar kaufte der Angeklagte zunächst einiges an Material ein – schlussendlich blieb der Berger Hauseigentümer (60) jedoch auf seinen Handwerkerauslagen in Höhe von rund 2350 Euro sitzen. Dieser Tage musste sich der Münchner (46) wegen Betruges vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten

Sein Verteidiger sorgte gleich eingangs des Prozesses für Aufklärung. Sein Mandant habe die Arbeiten von einem bulgarischen Subunternehmer ausführen lassen wollen, habe diesem auch bereits Geld gezahlt, sei dann aber selber sitzen gelassen worden. „Der Angeklagte hat 700 Euro an den Bulgaren bezahlt. der ist dann mit dem Geld untergetaucht“, so der Verteidiger. Laut Auskunft des Rechtsanwaltes ließen die finanziellen Verhältnisse des seit fünf Jahren in Privatinsolvenz befindlichen Angeklagten die Rückzahlung des vom Berger bezahlten Betrages damals nicht zu: „Meinem Mandanten ist das Geld ausgegangen.“

Die Staatsanwältin vermutete hinter der Einlassung des Angeklagten eine schlichte Schutzbehauptung: „Es ist wenig glaubhaft, dass er das Geld weitergegeben hat.“ Zudem habe er billigend in Kauf genommen, dass das Subunternehmen nicht tätig wurde. Schatten warf nicht zuletzt das Bundeszentralregister des Münchners, das satte 13 Voreintragungen quer durchs Strafgesetzbuch auflistet. Die letzte aktenkundige Tat des Angeklagten ähnelte der jetzt verhandelten aufs Tüpferl. In 2016 nahm der Münchner den Auftrag zum Thekeneinbau einer Dachauer Bäckerei an, strich gut 2000 ein und blieb die Leistung schuldig. Auch im 2017 verhandelten Betrugsprozess argumentierte der Angeklagte, die Theke habe eigentlich im Ausland gefertigt werden sollen, diesmal in der Türkei.

Da offensichtlich kein unbeschriebenes Blatt war der 46-Jährige letztlich gut damit beraten, einem Täter-Opferausgleich zuzustimmen. Noch vor der Urteilsverkündung stimmte er einem Vergleich zu, der ihn zur unwiderruflichen Zahlung von 1900 Euro an den geprellten Berger verpflichtet. Anders als die Staatsanwältin, die eine sechsmonatige Bewährungsstrafe forderte, sah sich Richterin Christine Conrad angesichts des Vergleiches in der Lage, es kraft Urteil bei einer spürbaren Geldstrafe (180 Tagessätzen à 20 Euro) bewenden zu lassen.

Nilda Frangos

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