Bayerische Landschaft erhalten

Zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlen sich Pater Valentin Ziegler, Pfarrer in Erling, und Starnbergs Heimatpfleger Gerhard Schober. Wie berichtet, wettern beide gegen das geplante Hunderwasser-Projekt der Molkerei Scheitz. „Uns geht es um den Erhalt unserer bayerischen Landschaft und um den Erhalt des Dorffriedens“, versichert der Geistliche.

Ungeachtet dessen, dass die Diskussion zum Thema Hunderwasser-Projekt durch die rege Öffentlichkeitsarbeit des Heimatpflegers im Ton an Schärfe zugelegt hat, sind die Kritiker nun um Frieden bemüht. „Es darf auf keinen Fall eine Spaltung der Dorfgemeinschaft geben“, fordert Pater Valentin Ziegler, der zu einer Pressekonferenz ins Erlinger Pfarrhaus eingeladen hatte. „Ich habe nichts gegen Kunst, nur muss diese in verträglichem Rahmen stattfinden“, erklärte er. Zudem mache er sich Gedanken darüber, „wer steckt da dahinter und wo kommt plötzlich das Geld her?“. Denn dass ein Hunderwasser-Projekt weit höhere Baukosten verursacht als ein übliches Geschäftshaus, ist kein Geheimnis. Nach Meinung des Pfarrers wäre „ein Gebäude aus Glas und Beton ehrlicher". Gerhard Schober räumte ein, dass das geplante Hügelhaus als Verwaltungsgebäude durchaus vertretbar wäre. „Es stört zumindest die Landschaft nicht.“ Den Turm aber lehne er rundweg ab, da es sich „um einen reinen Werbegag handelt. Die Verantwortlichen müssen mir erst einmal beweisen, dass er für den Betrieb notwendig ist“. Im Übrigen unterstellt er Firmenschefin Barbara Scheitz, mit falschen Karten zu spielen. „Die vorgestellte Fotomontage stimmt nicht und soll von der Größe des Projekts ablenken“, betont Schober. Er beteuerte außerdem, nichts gegen die Firma Scheitz zu haben, da er auch deren Produkte mag. Doch mit der Firmenchefin wolle er nichts mehr zu tun haben. „Zuerst hat sie versucht, mich mit süßen Worten einzulullen. Als sie gemerkt hat, dass es nicht klappt, hat sie auf den Tisch gehauen. So etwas ist mir in 35 Jahren als Heimatpfleger noch nicht passiert.“ Zumal es seine Pflicht sei, auf den Erhalt der Heimat zu achten. Schober: „Die Gemeinde Erling überliefert mit ihrem im Vergleich noch gut erhaltenen, von heimischer Bautradition geprägtem Ortsbild bis heute ein bemerkenswertes Bild eines altbayerischen Dorfes und genießt überregionale Bedeutung. Das darf nicht zerstört werden.“ Nachdem er den Bauherrn und auch die Gemeinderäte ausführlich über seine Befürchtungen informiert habe, werde er sich nun zurückziehen, versicherte Schober. „Für mich ist die Sache abgeschlossen. Ich hoffe aber, dass ich dem Gemeinderat genügend Anstöße gegeben habe, die Sache nochmals zu überdenken und das richtige für Erling zu entscheiden.“

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