Bayerische Staatsregierung zum Corona-Virus

Infos zur heutigen Pressekonferenz mit Markus Söder: Schulen geschlossen - Besuchsverbot in Pflege- und Altenheimen

+
Die Bayerische Staatsregierung gab heute bekannt, dass alle Schulen, Kitas und Kindergärten ab Montag geschlossen werden.

Landkreis - "Das öffentliche Leben wird von selbst herunterfahren. Bitte, keine Panik - schützen Sie sich selbst und dadurch auch andere. Wir müssen vor allem an unsere älteren und vorerkrankten Bürger denken", sagte Ministerpräsident Markus Söder heute Morgen in der Pressekonferenz. Ab Montag werden alle Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten bis nach den Osterferien geschlossen. Es wird ab sofort ein Besuchsverbot für Pflege- und Altenheime ausgesprochen. Insgesamt leben im Freistaat mindestens 500 Menschen (Stand: Donnerstagmittag), die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Es gibt keine Impfung und kein Medikament, die Krankenhäuser und das Gesundheitssystem würden unter Druck stehen, also müssten andere Maßnahmen getroffen werden. "Unsere Sorgfalt ist jetzt den älteren und erkrankten Bürgern gerichtet", so Söder. Mit Rücksprache mit dem Bund wurden folgende Maßnahmen getroffen:

1. Alle Schulen, Kitas und Kindergärten werden ab Montag bis zum Ende der Osterferien geschlossen. "Alle Länder um uns herum schließen Schulen. Wir wissen, dass das für viele Eltern schwer zu schultern ist, aber es geht um die Sicherheit von uns allen", so Söder. Es wird eine Notfallbetreuung geben für die Menschen, die in "systemrelevanten Berufen" arbeiten, das heißt Ärzte, Krankenschwestern, THW, Pflege sowie Polizisten (wenn beide Elternteile). Söder bittet auch, die Kinder nicht den Großeltern zur Betreuung zu geben, "der Schutz gilt unserer älteren Bevölkerung." In Bayern gibt es 9800 Kitas mit 570.000 Kindern. Die Kleinen merken das Virus vielleicht nicht einmal, aber sie übertragen es. 

Abschlussprüfungen: Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo stellte heute klar: "Es wird keinen Nachteil für die Schüler geben, die vor ihren Abschlussprüfungen stehen." Mit der Plattform "Mebis" können auch Aufgaben von zuhause gemacht werden.

2. Alle Veranstaltungen, die über 1000 Besucher erwarten, werden abgesagt. Die Kommunalwahlen in Bayern finden definitiv statt. Viele Bürger nutzen die Briefwahl und in vielen Gemeinden im Landkreis Starnberg kann man diese auch noch beantragen. Für die Stichwahlen werden per Amtswegen die Unterlagen an alle Haushalte geschickt, so Söder. Nach den Vorstellungen der Staatsregierung sollen keine Veranstaltungen mehr stattfinden, zu der mehr als 100 Besucher kommen, das gelte "für die nächsten Wochen", wie Söder erklärte. Das sei kein Verbot; aber die Staatsregierung will verfügen, dass Konzerte und ähnliches den Städten und Gemeinden gemeldet werden und mit den Behörden natürlich auch besprochen werden müssen. Gastronomische Betriebe will die Regierung nicht schließen, auch wenn Söder erwartet, dass es bestimmt Restaurants oder Kneipen geben wird, die wegen weniger Publikum vielleicht für eine gewisse Zeit ihre Türen zu machen werden.

3.Es wird ein Besuchsverbot für Pflege- und Altenheime ausgesprochen. Das Besuchsrecht wird damit deutlich eingeschränkt. Das Klinikum Starnberg hat entsprechend der Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung gehandelt: " Es gilt ab sofort an den Häusern der Starnberger Kliniken in Starnberg, Seefeld und Penzberg sowie der Klinik Dr. Schindlbeck in Herrsching ein generelles Besuchsverbot. Notwendige Ausnahmen sind nur in Absprache mit dem Personal am jeweiligen Empfang möglich"

 Das Besuchsverbot gelte aber zum Beispiel nicht für Eltern, wenn ihr Kind in einer Klinik behandelt werde, oder für Angehörige eines Patienten, der im Sterben liege, erklärte Staatsministerin Melanie Huml am Freitag Vormittag. Laut der Staatsministerin hat Bayern 4000 Intensivbetten, die aufgestockt werden sollen. Das hilft aber nichts, wenn das Personal fehlt. "Deshalb eine klare Empfehlung vom Bund: Nicht notwendige Operationen sollen verschoben werden, um Personal bereit zu haben." Söder ergänzte auch, dass es keinen ökonomisch wirtschaftlichen Nachteil für Krankenhäuser geben wird. Der Bund hat beschlossen, einen Schutzschirm für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bereit zu stellen. Dieser soll im Zweifelsfall vom Freistaat auch ergänzt werden. "Bayern wird hier einen Startbetrag in Höhe von 50 Millionen Euro bereit stellen", so Söder.

Er bekräftigte, "wir werden alles dafür tun, damit die bayerische Wirtschaft stabil bleiben kann." Was für den Mittelstand getan werden kann, wird laut Söder heute Nachmittag besprochen. 

Von Alma Jazbec

Auch interessant

Meistgelesen

Luftrettungsstaffel in Oberpfaffenhofen trainiert für den Corona-Ernstfall
Luftrettungsstaffel in Oberpfaffenhofen trainiert für den Corona-Ernstfall
Zweiter Corona-Todesfall im Landkreis Starnberg bekannt 
Zweiter Corona-Todesfall im Landkreis Starnberg bekannt 
423 Infizierte im Landkreis Starnberg: Landratsamt gibt Orte mit Anzahl der Erkrankten raus
423 Infizierte im Landkreis Starnberg: Landratsamt gibt Orte mit Anzahl der Erkrankten raus
Corona und der MVV: Welche Folgen hat das für den Landkreis Starnberg
Corona und der MVV: Welche Folgen hat das für den Landkreis Starnberg

Kommentare