Zustimmung für bayerischen Sonderweg gestiegen

Bayerischer-Fußball-Verband-Umfrage bestätigt Entscheidung zur Saisonfortsetzung 

Es gibt neue Fußball-Highlights in der Sportschau zu sehen.
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Der Bayerische Fußballverband hofft, dass in den Amateurligen bald wieder der Ball rollen kann (Symbolbild).

Landkreis - Als einziger Fußball-Landesverband in Deutschland hat sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im vergangenen Frühjahr für eine Unterbrechung und spätere Fortsetzung anstatt eines Abbruchs der Saison entschieden. Grundlage hierfür war eine Umfrage unter den Vereinen im Freistaat, bei der sich rund zwei Drittel der teilnehmenden Klubs für dieses Vorgehen ausgesprochen hatten. Die Akzeptanz der Entscheidung, die zwischendurch stark in der Kritik stand, scheint in den vergangenen Monaten gestiegen zu sein, wie eine vom Verband in Auftrag gegebene Umfrage zeigte.

An der im Dezember vom Sportberatungs- und Sportmarktforschungsunternehmen SLC Management im Auftrag des BFV durchgeführten Befragung beteiligten sich 1664 Vereinsvertreter aus ganz Bayern. 76,8 Prozent der Befragten hielten dabei die Saisonfortsetzung für richtig. Im Frühjahr 2020 lag die Zustimmung noch bei 68,1 Prozent. Hauptargument für den „bayerischen Sonderweg“ war damals, möglichst alle Entscheidungen über Auf- und Abstieg sportlich treffen zu wollen und gleichzeitig bei einer möglichen erneuten und mittlerweile auch eingetretenen pandemiebedingten Aussetzung des Spielbetriebs nicht gleich zwei Spielzeiten zu gefährden und abbrechen zu müssen. Das scheint sich durchaus auszuzahlen, da trotz des aktuellen Lockdowns ein reguläres Ende in den bayerischen Amateurligen im Sommer, bei einer Rückkehr auf dem Platz im Frühjahr, möglich sein sollte. Große Zustimmung der Vereine gab es laut der Umfrage auch für die Entscheidung des BFV, bereits mit Beginn des Lockdowns Anfang November in die Winterpause zu gehen. 93,3 Prozent der Teilnehmer bewerten das positiv – wenngleich der Amateursport seitdem verboten ist, also auch ohne Verbandsentscheidung keine Spiele mehr hätten stattfinden dürfen.

„Es sei natürlich sehr gut zu wissen, dass die getroffenen Entscheidungen von einer überragenden Mehrheit der Vereine mitgetragen und für richtig gehalten werden“, erklärte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch danach zufrieden mit. In der Befragung ging es auch um individuelle Sorgen und Nöte der rund 4500 Mitgliedsvereine des BFV. Existenzsorgen plagen derzeit 17,2 Prozent der Vereinsfunktionäre (im Frühjahr: 13,5 Prozent). Allerdings haben sich die Sorgen in ihrer Intensität abgeschwächt, wie die Umfrage zeigt: 21,7 Prozent gaben im Frühjahr an, sich starke bzw. sehr starke Sorgen zu machen. Im Dezember waren dies nur noch 10 Prozent. Der Punkt, der die Vereine vor die größten Probleme stellt, ist der Wegfall von Veranstaltungen und Vereinsfesten sowie der Verlust von Kindern und Jugendlichen für den Vereinsfußball. 79,4 Prozent fürchten Letzteren, 87,5 Prozent möchten deshalb zumindest für den Nachwuchs eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. Wie es in den kommenden Monaten weitergeht, kann der BFV noch nicht sagen. „Es sei nicht absehbar, wann der Wettkampfbetrieb wiederaufgenommen werden könne“, erklärte der Verband. Vor wenigen Wochen stand Ende Februar als möglicher Starttermin zur Debatte.

Roland Halmel

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